Alber Elbaz: Die Mode-Welt ist ihm zu schnell

Alber Elbaz kann die Welt der Mode nicht mehr verstehen. Der Designer hinter dem Label Lanvin ist der Meinung, dass Modeschöpfer heutzutage unter zu viel Stress leiden und zum Teil nicht mit dem Druck klarkommen. Im Rahmen eines Events erklärt er dazu: „Ich verstehe diesen Fashion-Marathon nicht. Heute erwartet man von den Designern, dass sie größere, bessere, schnellere – und heutzutage auch billigere – Dinge produzieren. Ein Sänger kann in den Ruhestand gehen, wenn er oder sie zehn tolle Songs gemacht hat, ein Regisseur kann nach fünf grandiosen Filmen aufhören. Ein Autor muss nur drei gute Bücher schreiben. Jetzt schauen wir uns mal die Designer an; Sie machen im Jahr sechs bis acht Schauen, die Karrieren der meisten Designer dauern 20 Jahre an. Ich entwerfe in der Zeit also um die 250 Kollektionen. Nicht einmal Danielle Steel könnte 250 Bücher schreiben“, prangert er die Misstände an.

Deshalb, so führt er aus, sei es auch verständlich, dass „einige Designer seltsame Dinge tun und weshalb einige mit sich selbst reden, man muss einfach einen Weg finden, damit klarzukommen.“

Obwohl er selbst eine lange und erfolgreiche Karriere hinter sich hat, in der er viele Kleider entwarf, wird dem Designer eine Sache jedoch immer in Erinnerung bleiben. „Yves Saint Laurent hat den Frauen Macht gegeben, Chanel hat sie befreit und als ich zu Lanvin kam, da habe ich mich gefragt: ‚Was bringe ich den Frauen?‘ Eines Tages habe ich eine SMS von einer Freundin in New York bekommen. Sie befand sich in einem Taxi auf dem Weg zum Gericht, um ihrem Ex-Mann gegenüberzutreten. Sie schrieb: ‚Alber, ich trage ein Lanvin-Kleid und fühle mich so beschützt.‘ Das war für mich das größte Kompliment, das ich jemals bekommen habe“, erzählt er noch immer geschmeichelt. „Dass 500 Gramm Seide dafür sorgen konnten, dass sie sich beschützt fühlte, das hat mich in der Tat sehr glücklich gemacht.“

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