MCC: Anke Domaske macht Mode aus Milch

cc by flickr/ striatic

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Grüne Mode ist ohne Frage und zum Glück auf dem Vormarsch. Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen bei der Herstellung der Kleidungsstücke und Chemikalien in Textilien veranlassen immer mehr Menschen sich für ökologische Mode zu interessieren. Nicht zuletzt führt die Erdölknappheit dazu, dass die Industrie sich wohl oder übel auf neue Fasern einstellen muss. Naturfasern sind hier in der Regel ein guter Weg, nur sind sie aktuell noch sehr teuer.

Einen dieser Wege geht die deutsche Designerin Anke Domaske. Bereits mit 19 Jahren gründete die Unternehmerin ihr Label MCC. Heute ist sie 28 Jahre alt und auch noch Microbiologin. Diese beiden Felder hat Domaske verbunden und zusammen mit dem Faserinstitut Bremen ein eigenes Herstellungsverfahren für Milchfasern entwickelt. MCC bietet also Mode aus Milch.

Nein, keine Angst, für die Stücke werden keine Lebensmittel verschwendet. Das eigentliche Abfallprodukt Kasein wird bei dem Verfahren in Pulverform mit anderen natürlichen Zutaten vermischt und in einer speziellen Maschine erhitzt. Durch eine Düse wird das Gemisch dann zu Fäden gezogen und anschließend mit Spannmaschinen zu Garn gesponnen. Dieses bildet die Basis für die Herstellung von Stoffen und Geweben.

Die Idee aus Kasein Fasern zu machen ist übrigens an sich nicht neu. Sie existiert bereits seit 1930, nur eben das Herstellungsverfahren des von Anke Domaske gegründeten Faserproduzenten „Qmilch“ ist besonders. Man habe bereits nicht nur Anfragen aus der Textilindustrie, sondern auch aus der Medizintechnik oder Automobilbranche.

Das Verfahren schont darüber hinaus Ressourcen, denn für ein Kilo Fasern benötige man nur zwei Liter Wasser. Und noch einen tollen Effekt hat die Milch-Mode: Die Inhaltsstoffe sollen beim Tragen die Haut pflegen. Na, wenn das mal nichts ist. Im kommenden Jahr sollen die ersten Stücke von MCC nach diesem Herstellungsverfahren in den regulären Handel kommen.

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