Nemo Sessel von Fabio Novembre

Nemo Sessel von Fabio Novembre

Nemo Sessel von Fabio Novembre

Nemo Sessel von Fabio Novembre

Der Sessel „Nemo“ von Fabio Novembre hat durchaus das Potential, zu einem Kultobjekt unter den zeitgenössischen Sitzmöbeln zu werden. Entworfen wurde er von dem italienischen Designer für die Firma Driade. Vorgestellt auf der Designmesse in Mailand im Jahr 2010, war er dort eines der meist diskutierten Objekte.

Ein Designer, der gerne provoziert
Fabio Novembre, 1966 in Süditalien geboren, ist von Haus aus eigentlich Architekt. Nach Abschluss seines Studiums zog er im Jahr 1993 von Mailand nach New York, wo er zuerst Filmregie weiterstudierte, dann aber seine Begeisterung für Design entdeckte und umschwenkte. Sein erstes größeres Projekt verwirklichte er kurze Zeit später in Hong Kong: ein Interieur für einen bekannten Store. 1994 kehrte er zurück nach Mailand und eröffnete dort sein eigenes Studio. Es folgten viele Aufträge für die Gestaltung von Showrooms, Bars, Restaurants, Hotels, Cafés. Ab 2001 widmete Novembre sich mehr und mehr dem Produktdesign, neben Driade auch für Labels wie Cappellini und Casamania.

Novembre provoziert bei seinen Entwürfen oft mit christlicher Symbolik und mit der Darstellung weiblicher Körper. So ließ er sich beispielsweise als Jesus Christus ablichten. Für ihn selbst stellt dies eine Verarbeitung seiner Zeit als Messdiener und seine Probleme mit der katholischen Kirche dar. Und aus seiner Vorliebe für Frauen macht er auch keinen Hehl. In diesem Interview erfahrt ihr mehr über den wirklich interessanten Designer.

Ein Sitzplatz in der Maske
Die Form des Sessels ist eine überdimensionale menschliche Maske, deren Gesicht sich auf der Rückseite befindet. Seine elegante und vornehme Linienführung erinnert an klassische, antike Büsten, aber auch an Verkleidungen aus dem venezianischen Karneval. Der Name „Nemo“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Niemand“. Viele Zeitgenossen werden zuerst Assoziationen zu dem Fisch aus dem gleichnamigen Trickfilm oder der Figur des Kapitäns Nemo aus einem Jules-Vernes-Roman herstellen. Novembre selbst bezieht sich allerdings auf eine Episode der Sage von Odysseus, als dieser dem Zyklopen mit einem Trick entkommt.

Der Sitzende kann sich hinter der hohen Rückenlehne tatsächlich wie hinter einer Maske verstecken. Die ausgeschnittenen Augen erlauben allerdings auch Durchblicke, Einblicke und Ausblicke, die ungewöhnlich für einen Sessel sind. Mit seinem ausdrücklichen Bezug auf antike Mythologie stellt Novembre aber auch eine Beziehung zum griechischen Theater her, wo sich alle Schauspieler immer hinter einer Maske verbargen und niemals ihr wirkliches Gesicht zeigten.

Nicht zum ersten Mal verwendete Novembre menschliche Formen für seine Arbeiten. Bei seinen Stühlen „Him“ („Er“) und „Her“ („Sie“) gestaltete er die Lehnen mit jeweils männlichen und weiblichen Rückenpartien und Gesäßen. In Designerkreisen sorgten diese Möbel für ausgiebige, teils hitzige Diskussionen. Das Sofa „Divina“ erhielt eine liegende weibliche Figur nach dem Vorbild alter Gemälde als Lehne. In einem von Novembre gestalteten Restaurant dominieren zwei weibliche Arme wie gigantische Säulen den Raum.

„Technische“ Daten des Sessels
Nemo wird aus Polyethylen hergestellt und eignet sich deshalb für Innen- wie für Außenbereiche. Anfangs gab es ihn nur in drei Farben, heute haben Sie eine große Auswahl, um ihn in bestehende Interieurs passend einzubinden, darunter schwarz, weiß, rot, violett, gelb, blau und orange. Seine großzügigen Abmessungen von 90 cm Breite, 83 cm Tiefe und 135 cm Höhe erfordern Platz. Auch das Gewicht ist üppig: 35 kg.

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