Sebastian Ellrich stilisiert sich permanent erneuernde Korallenstrukturen

Sebastian Ellrich Fashion Week

Sebastian Ellrich Fashion Week

Klassik und außergewöhnliche Akzente waren bei der Show von Sebastian Ellrich so geschickt miteinander kombiniert, dass sie scheinbar keine genauen Begrenzungen mehr hatten. Verschwommen und eine gemeinsame Linie bildend vermittelten sie Potenzial, das außergewöhnlich und ansprechend zugleich war. In vielerlei Hinsicht konnte Sebastian Ellrich auf der Fashion Week in Berlin Vielfalt und Individualität vermitteln. Er entschied sich für eine Linienführung und einen Style, der sich auf wenige Komponenten konzentrierte. Doch getreu dem Motto „die Kunst liegt in der Spezialisierung“ gelang es ihm einmal mehr Stücke zu schaffen, die vor allem über Begeisterungspotenzial verfügten.

Der Fokus von Sebastian Ellrichs Kollektion lag auf den fünf Farbtönen Intensivrot, Bordeaux, Sand, Elfenbein und Mandarin. Geschickt miteinander kombiniert erinnerten sie ein Stück weit an die Vielfalt einer beeindruckenden Unterwasserwelt. Unter dem Motto „Find Me“ widmete sich Ellrich einer sich offenbar ewig erneuernden Korallenstruktur, die zu geschichteten, graphischen Silhouetten heranwuchs. Sowohl farblich als auch formal waren Korallen die wohl aufregendsten und richtungsweisendsten Begleiter von Ellrichs Kollektion.

Bewusst hatte sich Ellrich für seine Show gegen einen klassischen Laufsteg entschieden. Er lenkte seine rund 20 Models im Mercedes-Benz Zelt durch ein System aus Sound und Stille. Gehüllt in Materialien wie Georgette, Crepesatin und Spitze griffen sie den Schwung des Wassers auf und schienen hin und wieder einen leichten Wellengang zu suggerieren. Doch auch Baumwollköper und Viskosejersey waren bei der Kollektion von Sebastian Ellrich scheinbar permanent vorhanden. Spannung erzeugte der Designer vor allem durch die kontrastreichen Farbkombinationen. Sie fanden sich sowohl in schmalen Blusen als auch in Verbindung mit organischverästelter Plauener Spitze wieder. Ellrich wählte eine geradlinige und ebenso reduzierte Schnittführung, die durch sichtbare Verschlüsse und sportliche Paspeln geschickt betont wurde. Ein Pendant zu den fließenden Linien bildeten die plastischen Strukturen, die durch Überlagerungen geschaffen wurden.

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