und waehrend Demi Moore ihm ueber die Schulter blickt zeigt JD Ferguson sein V Man Serie vor

JD Ferguson’s „Backstage Pass“

Vom Werbemodel zum Star-Fotografen: JD Ferguson beweist, wie man auch glamurös rauskommen kann: mit einem „Backstage Pass“

Auch wenn sich der Berliner Fashion Rummel jetzt wieder etwas ruhiger dreht: In der MILA Kunstgalerie kann mit JD Fergusons Foto-Ausstellung „Backstag Pass“ noch bis Ende Februar Fashion-Luft pur geschnuppert werden. Und der gehört zu den Insidern der Modeindustrie. Selbst 15 Jahre lang ein „working model“, traf er die großen Namen der Modewelt, als er seinen Beruf aus Langeweile an den Nagel hin: „Ich wollte mehr sein als ein hübsches Gesicht.“

Auf die andere Seite der Kamera gewechselt, wurde JD über das V Magazin zum Star-Fotografen. Denn das schickte ihn als Backstage-Fotograf zu Shows von Chanel, Michael Kors und Ralph Lauren, um die Stimmung zu erhaschen und ein paar Bilder von hinter den Kulissen abzugreifen. Und diese Schnappschüsse entwickelten sich zum Selbstläufer: Er knipste auf Karl Lagerfelds Events, seine Bilder landeten in der Vogue, er dokumentierte sämtliche Schauen für die New York Times und sogar Victoria Beckham schenkte ihm ganze drei Sekunden. Bald erhielt sein Blog mehr Besucher als die Website seines Auftragsgebers. Modelagenturen wollten, dass er ihre Newcomer ablichtet, er veröffentlichte Fotostrecken im Papermag Magzin und zu jeder neuen Saison besuchte er bis zu sechs Modenschauen am Tag. Plus die nächtlichen Partys. Weltweit. Und das fünf Jahre lang. Kein Wunder, dass er später resümiert: „Ich war total high.“

Nun zeigt er erstmals Szenen dieses Fashion-Rausches in Berlin. In der MILA Kunstgalerie hängen an die 100 Bilder – das kleine ein mal eins der Fashionelite. Demi Moores Porträt um die Ecke von Stilikone Agyness Deyn, während Sarah Jessica Parker in Paparazzo-Manier auf dem roten Teppich erwischt wurde. Und sogar Anna Wintour hat JD beim Lächeln ertappt. Andere Fotografien zeigen klassische Backstage-Momente: Karlie Kloss beim Herumalbern mit Jourdan Dunn auf der Tommy Hilfiger Show 2012 oder Lily Donaldsons letzten Spiegelblick vor ihrem Auftritt für Dolce & Gabbana in Milan 2007. Nur die Aufnahme von Diane Kruger ist nicht mehr im Programm. Ihr Bild wurde schon vor der Eröffnung verkauft.

„Ich liebe diesen Fashion-Rummel. Es ist ein heiden Spaß, aber …“

Beim Anblick dieser Bilder glaubt man kaum, dass der coole Modefotograf der Szene für ein gutes Jahr entsagt hatte. 2010 zog er den Stecker: „Ich habe die Kamera und den Computer weggepackt und mich nach Texas verkrochen.“ Und dort hat er – als persönlichen Ausgleich gegen die Schnelllebigkeit der Branche – Kinderheimkinder porträtiert. Zum gefeierten Backstage-Fotografen wurde er durch Zufall und mehr als auf den Auslöser zu drücken sei das auch nicht. „Versteh’ mich nicht falsch“, erklärt er, „Ich liebe diesen Fashion-Rummel. Es ist ein heiden Spaß, aber da kriegt man ja alles so hübsch fertig vorgesetzt.“ Auch wenn er in der Mode-Industrie seine eigene Kreativität nicht wirklich entfalten kann, entkommen wird JD Ferguson diesem Business wohl nicht. Schließlich ist er bei der Ausstellungseröffnung auf hochkarätige Models wie Tony Bryan, Hanne Gaby Odiele und Jac Jagaciak gestossen und gleich im Anschluss an die Berliner Fashion Week zu einem Shoot nach Paris geflogen. Wer weiß, vielleicht tritt er bald in Tyra Banks oder Heidi Klums Topmodel-Show auf?

von Katharina Severin

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