Grafische Taschen, einzigartige Buchbilder, poppige Leinenservietten

petra-hermann-taschePetra Hermann ist die erste Ostdeutsche, die den Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk bekam. Emily Paersch fuhr nicht nur im Orientexpress, sondern reist heute zwischen den Medien. Und Eva Pech war zehn Jahre eine kultige Musikerin, bevor sie vor zwei Jahren ihr poppiges Label

Sie ist die erste Ostdeutsche, die den Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk bekam (2004). Sie wurde schon drei Mal für den Bundesdesignpreis nominiert. Dabei kam Petra Hermann kam erst auf Umwegen zum Täschnerhandwerk. Ursprünglich hat sie Labo-rantin gelernt, sattelte dann auf Finanzkauffrau um. Doch in beiden Berufen fühlt sie sich nicht wohl: „Ich wollte kreativ sein.“ So macht sie noch einmal eine Ausbildung zur Fachar-beiterin für Lederwaren, eröffnet 1984 eine Werkstatt im eigenen Haus. Vier Wochen wurde produziert, ein Tag verkauft. „Die ersten Kunden standen schon morgens um fünf vor der Tür.“ Nach der Wende aber wollte keiner mehr Taschen made in Ostdeutschland. Petra Her-mann muss alle Mitarbeiter entlassen. Doch dann gewinnt sie eine Ausschreibung. „Ich pro-duzierte exklusiv für die Lufthansa die Taschen für die Stewardessen.“ Sieben Jahre kann sie acht Mitarbeiter damit beschäftigen. Bis 2001. Da geht der Auftrag verloren – an eine Firma in Fernost. Wieder musste die Täschnerin ihre Leute entlassen. Doch aufgeben? Nein. Jetzt entwickelt Petra Hermann ihre eigene Linie. Mit Erfolg. Sie ist die erste Ostdeutsche, die den Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk bekam (2004), wurde schon drei Mal für den Bundesdesignpreis nominiert.

Emily Paersch ist alles andere als gewöhnlich. 1992 umrundet sie in 100 Tagen die Erde. Sie war schon mit dem Orient-Express und der Transsibirischen Eisenbahn unterwegs, berichtete aus Indonesien, China, Tansania und Simbabwe. Denn Emily Paersch ist Journalistin, liebt es, Menschen zuzuhören. Längst schreibt sie nicht nur für Verlage, denn 2003 hat sie ihr eigenes Unternehmen gegründet: die Biografie- und Buchwerkstatt „Lebensatlas“. die Lebensge-schichten werden in ganz besonderen Büchern aufbewahrt: In Buchbildern. Buchbilder ma-chen das Buch zu einem Kunstwerk, laden zu einem Perspektivenwechsel ein und fordern alte Sehgewohnheiten heraus, ein fünf Jahrtausende altes Produkt neu wahrzunehmen. „Das Buch wird zu einem Schmuckstück, das an der Wand hängt statt im Regal zu verstauben.“

Gigs, jeden Abend auf einer anderen Bühne, künstlicher Nebel, kreischen, tanzen, Jubel, Spaß – zehn Jahre macht Eva Pech Musik. Doch dann ändert sich schlagartig ihr Leben. Am 23. September 2002 wird Tochter Neem Theresa geboren, im Juli 2005 Sohn Paul Josef Jakob. „Jetzt wollte ich nur noch Mama sein, rund um die Uhr für meine Kinder da sein.“ Und so beginnt Eva Pech, sich mit anderen künstlerischen Formen zu beschäftigen. Sie produziert ein Hörspiel, malt, beschäftigt sich mit Fotobearbeitung und Webdesign. Als sie Siebdrucker kennen lernt, ist begeistert. Ein Jahr lernt sie das Handwerk, gründet 2006 ihr eigenes Label „Eva Pech“. Ihre Idee: Leinenservietten mit poppigem Touch für unvergessliche Feste mit Stil.

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