Fashion Insider auf dem Wiener Opernball

Der Wiener Opernball findet jährlich traditionsgemäß an dem Donnerstag vor Aschermittwoch statt und ist der Höhepunkt der Wiener Festsaison. Der Schauplatz des weltweit berühmten Tanzereignisses ist die Wiener Staatsoper. Und in diesem Jahr waren Anne und ich hautnah dabei!

Doch zunächst ein wenig zu Historie und dem Prozedere…
Begleitet von einer Fanfare nimmt der Bundespräsidenten in seiner Loge Platz ein – der Ball ist eröffnet. Nach der Bundeshymne und Freude, schöner Götterfunken zieht ein Teil des Jungdamen- und Herrenkomitee, welches aus insgesamt 180 Tanzpaaren besteht, ein und präsentiert in verschiedenen Darbietungen sowie klassischen Kompositionen die obligatorischen Tanz- sowie Gesangseinlagen. Anschließend wird die Tanzfläche mit dem Kommando „Alles Walzer“ für die Gäste freigegeben.

Das Opernhaus ist während des Abends auf allen Etagen für die Ballgäste geöffnet und sind mit einem Casino-Bereich, unzähligen Restaurants, Champagner- und Austernbars und sogar einem Philharmonikerzimmer ausgestattet.

Geschichte des traditionellen Festaktes
Die ersten Festivitäten, die einem Ball ähnelten, fanden in den Jahren 1814 – 1815 statt und wurden in den 20er und 30er Jahre des 19. Jahrhunderts immer in kleineren Sälen wiederholt. Jedoch wünschten sich die Künstlerinnen und Künstler damals schon einen prunkvolleren Rahmen für ihre Tanzveranstaltungen.

Während der blutigen Revolution 1848 nahm das Interesse an den Festen maßgeblich ab, sodass die Bürger der Kaiserstadt erst Jahre später wieder Freude am Tanzen fanden. Im Jahr 1877 gestattet der Kaiser endlich eine „Soirée“ in seinem Opernhaus, bei der in der ersten Veranstaltungsnacht vom 11. auf den 12. Dezember offiziell nicht getanzt werden durfte.

Nach dem Untergang des Kaiserreichs 1918 verspürten die Menschen wieder die Lust auf die imperialistischen Feste im Opernhaus. Bereits 1921 wurde die nächste Opernduette zelebriert. Im Jahr 1935 fand der erste, so bekannte Wiener Opernball statt.

Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde der vorerst letzte Opernball veranstaltet. Auf Befehl der Regierung des bereits besetzten Österreichs wurde er kurzfristig organisiert.

Am 9. Februar 1956 wurde der Wiener Opernball im restaurierten Opernhaus gefeiert und fand im strahlenden Ballsaal statt. Seither hat er seine Wurzeln gefunden.

Der Wiener Opernball 2014
Am 27. Februar öffnete die Wiener Staatsoper erneut seine prunkvollen Türen für die nationalen und internationalen Gäste und lud zu dem traditionellen Festakt ein. Festlich bekleidet mit langem Abendkleid und Frack, eroberten also auch Anne und ich die Wiener Staatsoper.

Während der Staatsoperndirektor die Künstler seines Hauses in den Mittelpunkt bat, ging es hinter den Kulissen der Wiener Staatsoper nicht besonders kulturell zu. Das It-Girl Kim Kardashian langweilte ihren Gastgeber Richard Lugner mit einem frühen Abgang. Ein Begleiter von Johannes B. Kerner, konnte sein Testosteron bzw. seinen Alkoholpegel nicht zügeln und verabschiedete einen angetrunkenen, pöbelnden Ballgast mit einem Faustschlag ins Gesicht. Comedian Oliver Pocher war der Überraschungsgast des Abends, der ersatzweise für Miss World, Ivian Sarcos, teilnahm, die ihren Flieger verpasst hatte.

Neben der traditionellen Rolle gab es während des 56. Wiener Opernball nun auch auffallende Ereignisse, die nicht nur für einen Opernball-Abend voller Kontraste sorgten, sondern vor allem die Boulevardpresse unterhielten. Eigentlich schade, denn wir sind total begeistert vom Opernball und können jetzt nachvollziehen, warum viele Ballgäste von solchem Verhalten und auch von Herrn Lugner sehr entnervt sind.

Zunächst ist der Wiener Opernball gerade in den ersten Stunden vor und während der Eröffnung, wie ein real gewordender Disney-Prinzessinnen-Film. Elegante Herren begleitet von schönen Damen in noch bezaubernderen Abendkleidern und tollem Schmuck, flanieren stilvoll durch eine prachtvoll dekorierte Kulisse. Die Eröffnung mit den Debütantinnen ist ebenfalls ein Highlight und zum dahinschmelzen, wenn man die jungen Paare in perfekter Harmonie durch den Saal tanzen sieht.

Für die jungen Damen in ihren traumhaften weißen Roben gibt es in jedem Jahr ein kleines Krönchen, dessen Design bis zum Schluß gut gehütet wird. Seit 1965 krönt das österreichische Kristallunternehmen Swarovski exklusiven Stücke mit seinem berühmten Funkeln. Diesmal entwarf Schmuckdesigner Stephen Webster die zierliche Tiara mit dem verheißungsvollen Namen „Fly by Night“.

Besonders ist die Stimmung auf dem Opernball. Man würde ja annehmen, daß es beim wichtigesten Society-Event Österreichs sehr konservativ zur Sache geht, doch ganz im Gegenteil. Die meisten Gäste wollen einfach nur Spaß haben und sind extrem gelassen und galant.

Wir waren zum Beispiel ganz überrascht, daß nicht nur Walzer gespielt wird, sondern im ganzen Haus verschiedene Bars aufgebaut sind, an denen verschiedene Bands spielen und es gibt sogar einen Club, in dem dann Pop-Musik und elektronische Beatmusik gespielt wird. Das gesamte Haus ist für die Besucher zugänglich und so verbringt man einen Großteil des Abends damit, sich durch die vielen Gänge und Treppen des Hauses durchzuarbeiten und alle Attraktionen abzuarbeiten.

Zwischendurch kommt man bei einem Glas Champagner (für 36€ das Glas!) mit vielen anderen Gästen ins Gespräch und erlebt den Wiener Charme hautnah, mit dem man sich als Berliner leicht anfreunden kann.

Ein großes Highlight sind die Quadrilles, die auf dem Wiener Opernball getanzt werden. Dabei werden jeweils um Mitternacht, um 2 Uhr und um 4 Uhr bestimmte Formationen getanzt, die ein Ansager mit dem Publikum zuvor kurz einstudiert. Diese Publikumsquadrille macht einen riesigen Spaß, denn hier treffen geübte Tänzer, Muttersprachler, Touristen und Bewegungslegastheniker aufeinander, so daß es jede Menge Turbulenzen gibt, da die Tanzfiguren mal mehr und mal weniger gelingen.

Wir sind nach unserem Besuch jedenfalls große Opernball-Fans geworden, denn die Eleganz und Leichtigkeit und Feierfreude der Veranstaltung hat und wirklich begeistert und wir haben auch sehr viele, wunderbare Menschen beim Wiener Opernball kennengelernt.

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Kommentare
3 Antworten zu “Fashion Insider auf dem Wiener Opernball”
  1. Ron sagt:

    Opernball – great style!

  2. Ksenija sagt:

    Schön seht ihr aus!
    Vorallem du Anne wunderschönes Kleid

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