flickr / Kell Kell

Plus-Size-Models erobern die Laufstege

Endlich scheinen sie für immer vorbei zu sein, die Zeiten in denen ausschließlich untergewichtige Models über die Laufstege der Modewelt staksten und die von ihnen vorgeführte Mode in Größe 36 oder darunter als Idealmaß propagiert wurde. Heutzutage ist Natürlichkeit angesagt und inzwischen ist auch bei Designern und Modezeitschriften angekommen, dass die Mehrheit der deutschen Frauen Kleider der Größe 42 tragen. Vielleicht gerade rechtzeitig, denn die Rate der Teenager mit einem gestörten Körperbewusstsein nimmt jedes Jahr in alarmierender Weise zu.

Immer öfter sieht man Plus-Size-Models in den Magazinen und Modenschauen. Die Legende, dass große Größen nichts für den Laufsteg sind, kann man getrost vergessen, wenn Models wie Chrystal Renn von Karl Lagerfeld oder Jean-Paul Gaultier engagiert werden und wenn erstmalig auf der Londoner Fashion Week ein Plus-Size-Label seine Mode in sogenannter „Übergröße“ präsentieren durfte.

Die Cosmopolitan stellt in einer Fotostrecke die 10 erfolgreichsten Plus-Size-Models vor und berichtet, wie viele von ihnen sich ihrer Verantwortung als neues Figuren-Vorbild bewusst sind. Neue Models werden gesucht, und immer mehr Agenturen setzen auf Natürlichkeit. Nicht Kleidergröße 36 zu tragen ist schon lange kein Hinderungsgrund mehr um als Model erfolgreich zu sein. Allerdings ist das Fehlen von Idealmaßen noch immer eine Hürde die es zu überwinden gilt. Ganz gezielt engagieren sich daher erfahrene Models, um Nachwuchstalenten zu einem gesunden Selbstvertrauen zu verhelfen und sie bei der Umsetzung ihrer Berufswahl zu unterstützen.

Schon der Begiff „Plus-Size“ ist oft irreführend? Schnell wird es als Übergröße übersetzt, aber eigentlich meint es erst einmal alle Größen jenseits der Kleidergröße 36/38. Oft bezeichnet es auch einfach Models denen die traditionellen Model Attribute wie z.b. der umstrittene Thigh-Gap fehlen. Die gefragtesten Models in diesem Bereich, wie Laura Catterall, Ashley Graham und Georgina Burke kann man ganz sicher nicht als übergewichtig bezeichnen, sondern es sind Models die durch weibliche Kurven Natürlichkeit ausstrahlen. Daher findet auch oft das Attribut „Curvy Models“ Verwendung. Die italienische Vogue widmet diesem Thema die Rubrik VCurvy mit vielen lesenswerten Reportagen, Interviews mit Plus-Models und Empfehlungen für ein „kurvenfreundliches“ Outfit.

Eine gewagte Werbekampagne mit Bikinimode, die von H&M im Jahr 2013 mit dem Plus-Size-Model Jennie Runk gestartet wurde, sorgte seinerzeit noch für großes Aufsehen, vor allem in den USA, wie das folgende Video zeigt.

 

Sicher wird es noch eine Weile Dauern bis sowohl Designer als auch Kunden normale Größen als Teil des Laufstegs (und ihrer Kollektionen) akzeptieren. Inzwischen gilt zumindest: Kurven sind in! Sicherlich nicht zufällig startete im Juli 2014 in Berlin die Plus-Size-Messe „Curvy is sexy“ fast gleichzeitig mit der Fashion Week. Hoffen wir nur, dass dies ein Trend ist, der sich hält.

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