Louis Vuitton: Schläge fürs Logo, Schwung für die Marke

Louis Vuitton kämpft sich auf Platz 19 von Interbrands jährlichen Best Global Brands Report und ist damit die höchstplatzierte Luxusmarke. Konkurrent Gucci landete nur auf Platz 41. Interbrand nannte als einen der Gründe für die hohe Platzierung von Vuitton, daß LV es immer geschafft hatte sich „neu zu positionieren, um ihre Produkte zu schützen und zu verbessern“, da Louis Vuitton jahrelang zu den meistgefälschtesten Marken der Welt zählte.

Aber das Label ruht sich keineswegs auf diesen Lorbeeren aus oder auf ihrem Logo. Unter dem Motto „Six Iconoclasts. One Brand“ luden sie ein paar Freunde ein, um mit einem zeitgemäßeren Image den logobetonten Luxuswaren neues Leben einzuhauchen, mit Designs die vorher undenkbar schienen.

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Mit von der Partie waren Modedesigner Karl Lagerfeld, Schuhmacher Christian Louboutin, Architekt Frank Gehry, sowie Künstlerin Cindy Sherman, Industriedesigner Marc Newson und Modedesigner Rei Kawakubo, die sich alle des 118 Jahre alten Logos annahmen und es ordentlich durchrüttelten, um eine neue Kollektion von Taschen und Koffern zu kreieren, die als #CelebratingMonogram beworben wird.

Laut dem Wall Street Journal war die einzige Vorgabe, die die sechs Designer hatten, „das berühmte, braungoldene „LV“-Symbol der Marke auf neue Art zu nutzen.“

Und genau das taten sie dann auch; und schlugen einige Löcher in den gewohnten Look! Am 15. Oktober gehen die Stücke auf den Markt und Fans der Marke scharren jetzt schon mit den Hufen. Jeweils 25 der von Lagerfeld und Sherman designten Koffer werden käuflich sein. Das Projekt hat auch ein paar neue Produkte inspiriert, wie einen Einkaufs-Caddy oder einen Boxsack mit passenden Handschuhen.

Natürlich ist nichts davon ein Schnäppchen. Der von Newson kreierte Rucksack beispielsweise langt mit 5.900 US-Dollar kräftig zu.

„Sehr wenige Menschen haben die Möglichkeit sich eine Louis-Vuitton-Tasche zu leisten“, sagte Delphine Arnault, stellvertretende Vorsitzende bei Vuitton dem Wall Street Journal. „Jeder kennt das Monogramm. Es ist die Seele unseres Hauses.“

Newson wiederum, der sich auch bei Apple als Creative Director seine Nebeneinkünfte verdient, hat sich auf die praktische Seite konzentriert: „Ich habe mir als Ziel gesetzt meine jahrelangen Erfahrungen als Rucksackträger zusammenzutragen“, teilte Newson Design Boom mit,„Ich wollte all die Dinge, die ich an ihnen liebe, in einem Stück vereinen. Es war mir beispielsweise sehr wichtig, dass der Rucksack stehen bleibt, wenn man ihn abstellt. Ich hasse es, wenn man den Rucksack abnimmt, abstellt und er sofort umkippt.“

Diese mutigen Vorstöße stammen natürlich auch von den Verkaufseinbrüchen, da Vuittons ertragreichste Tasche gefälscht leicht erhältlich ist. Vor einigen Jahren fielen die stetig über 10% liegenden Verkaufszahlen in diesem Bereich deutlich, schreibt das Journal.

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Dies sind aber natürlich nicht LV´s einzige Pläne. Sie präsentierten auch eine neue Kollektion vom französischen Designer Nicolas Ghesquière im letzten Juli. Ghesquière half Arnault außerdem bei der Auswahl der kreativen Genies, die die neue Kollektion schufen.

Zusätzlich engagierte Louis Vuitton sechs Photographen und Regisseure, um kreative Geschichten für jeden der sechs Ikonoklasten des „Celebrating Monogram“-Projektes zu erzählen. Hier ist eine Interpretation von Frank Gehry’s Twisted Box von Pierre Debusschere:

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