Die coolen Typen sind out of fashion

Urbane Smartness braucht heute Sensibilität und eine neue Verankerung in der Realität. Mehr
Inhalt und Charakter als Glamour und Sexyness. „Stiller Luxus“, der sich auf hochwertige
Materialien konzentriert, vermeidet jede Provokation. Dafür werden innovative Ideen, die
Komfort und gepflegtes Casualfeeling garantieren, dankbar aufgenommen.
In der Menswear haben sich in den letzten Saisons Verschmelzungen zwischen Formalwear,
Casual und Sportswear etabliert, die nun für innovative Sortimente sorgen. Dazu gehören zum
Beispiel „Scooter-Jackets“ – sportive Sakkos aus Nylon, die Indoor und Outdoor getragen
werden können, oder Jersey/Nylon-Sakkos mit Two in One-Funktion. Pulloversakkos aus feiner
Wolle oder Jersey, die durchaus Lederflecken am Ellenbogen haben dürfen, wirken wohltuend
entspannt und souverän. Jeans und Baumwoll-Chinos sind die „Basic-Scharniere“ zu formellen
Sortimenten wie kurzen Paletot-Mänteln und konturierten Anzügen. Dieses bewusste
Changieren zwischen den Stilen ist auch in der Menswear ein wichtiges Kriterium für
Modernität. Die Farbigkeit für diese urbane Thematik bewegt sich in dicht beieinander liegenden
sehr dunklen Nuancen oder einer Tonigkeit im naturnahen mittleren Neutralbereich.
Wie die Womanswear so ist auch die Menswear weit entfernt von einem Comeback der Klassik
im traditionellen Sinn. Konjunktur haben aber Klassiker wie Rollkragenpullover, Karodessins
und Velourleder-Clarks, die für einen Hauch Londoner Club-Atmosphäre sorgen und in neue
Looks eingebunden werden. Wattierte Steppsakkos und Fieldjackets gehören auch hier zu den
innovativen Sortimenten, die neuen Sakko-Komfort bieten. Als Kontrast dazu bieten sich in
dieser Saison karierte Wollhosen an. Über Karogröße und Farbigkeit entscheidet der Modemut
des Trägers.
Eine andere Fashion-Story der Saison basiert auf Denim und verbindet Workwear- und
Streetwear-Elemente zu einem jungen angesagten Mix. Lässige Dark-Denim-Jeans mit
aufgekrempeltem Saum gehören zu den Essentials und „geschwärzte“ Karosakkos aus
gekochter Wolle zu den Highlights der Saison. Bikerjacken und Blousons aus Leder, Kapuzen-
Shirts und –jacken und Hemden in Tartankaros gehören zur Grundausstattung im jüngeren
modischen Sortiment.
Männer lieben es auch im nächsten Herbst authentisch. Pioniergeist und männliche
Bodenständigkeit sind gefragte Werte, die sich auch in kommerziellen Mode-Konzepten
umsetzen. Warme Naturfarben um Ledertöne, Rost, Gold, Olive und Indigo sorgen für eine
kernige Herbststimmung, in der Canadienne-Jacken mit Lammfellkragen und wattierte
Truckerjacken und Westen jedes Abenteuer absichern. Leder und Outdoorjacken zeigen Patina.
Nylonwesten wärmen in Overjackets aus Velveton. Karohemden erleben mit neuer Design-
Fantasie ein furioses Comeback. Workwear-Details an Hosen verstärken die Attitüde handfester
Männlichkeit.
Auch für Männer ist Strick ein wichtiges Thema in der neuen Saison. Neben dem Rolli machen
Grobstrickjacken mit Outdoor-Charakter auf sich aufmerksam, ebenso voluminöse Pullover aus
Tweedgarnen oder in Folk-Musterungen.
Das Interesse an Accessoires wächst bei den Männern beständig. Ihrer Begeisterung für
Schuhe steht eine große Auswahl gegenüber, angefangen bei derben Boots für echte Kerle
über gefütterte, hoch geschnürte Chucks, weiche Verloursleder-Clarks, Chelsea Boots bis hin
zu schlanken Boots in Krokoprägungen.
Auch an Sporttaschen finden immer mehr Männer Gefallen. Eine Auswahl an Schals gehört
zum Pflichtbestand. Und Krawatten sind längst nicht nur ein Thema für Banker, Strick- und
Clubkrawatten oder schmale seidige Formen gehören zu den „Fun-Artikeln“ der Mode.
Tristesse ist in der Menswear nicht angesagt – erst recht nicht in der Krise.

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