H & M und die Baumwolle

Da haben sich H & M und auch C & A sehr weit aus dem Fenster gelehnt, als sie auf die Etiketten ihrer Klamotten drucken ließen, dass es sich bei der verwendeten Baumwolle ausschließlich um Öko Baumwolle handelt. Wie sich jetzt herausstellte, ist die Baumwolle alles andere als Öko.

Hennes und Mauritz, wie auch andere Bekleidungskonzerne, haben im guten Glauben seit einiger Zeit Baumwolle aus Indien gekauft und diese Baumwolle zu T-Shirts, Jeans und Jacken verarbeiten lassen. Die Baumwolle sei nach streng ökologischen Vorschriften angebaut und verarbeitet worden. Das behaupteten zumindest die  Lieferanten. Weder H&M noch C&A oder alle anderen hatten Zweifel an dieser Behauptung. Hatte doch die Baumwolle ein Zertifikat auf dem zu lesen war, dass es sich um ein reines Öko Produkt handelt. Alles fauler Zauber. Wie sich jetzt herausstellte, war die Baumwolle gentechnisch verändert und die Zertifikate waren allesamt wunderbar gefälscht, denn es hat nie ökologische Baumwolle gegeben.

Die Konzerne haben von nichts gewusst und fühlen sich betrogen. Besonders H&M fühlt sich hintergangen. Die Schweden haben einige Sachen aus ihren Kollektionen unter anderem auch Nachtwäsche, in gutem Glauben mit dem Hinweis „100 Prozent Organic Cotton“ angepriesen.

Die Konzernsprecher zeigten sich jetzt überrascht bis wütend, als feststand dass sie einem Schwindel aufgesessen sind. Welche Konsequenzen man aus dem Skandal ziehen will, ist noch völlig unklar. Fest steht, dass der Betrug mit falscher Öko Baumwolle aus Indien gigantische Ausmaße angenommen hat. Schließlich ist der Subkontinent der größte Lieferant für Baumwolle weltweit.

Es bleibt zu hoffen, dass H&M und auch alle anderen nicht mehr zu blauäugig einkaufen gehen.

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Kommentare
2 Antworten zu “H & M und die Baumwolle”
  1. albertkreuz sagt:

    Von weltweit 25 Mio Tonnen Baumwolle sind 0,4% Bio-Baumwolle. Davon hatte C&A 7500 To (2008). Erstaunlich, dass ein Abnehmer, der 7,5% der Bio-Weltproduktion kauft nicht kontrolliert, wie „Bio“ seine Produkte tatsächlich sind. Wirtschaftlich lohnt sich dass offenbar, denn ein Bio-Label rechtfertigt ja höhere Verkaufspreise, und zieht mehr Käufer an. Leider wird aus meiner Sicht zu stark auf die Faser geachtet, der nachfolgende Veredlungsprozess ist ebenso entscheidend für die Betrachtung wie gesund die Wäsche für Mensch und Natur ist. Außerdem ist der Wasserverbrauch bei Baumwolle extrem hoch, so dass in der Gesamtbetrachtung auch Kunstfasern ihre „ökologische“ Berechtigung haben. Das ökologischste Kleidungsstück aus meiner Sicht ohnehin das, welches lange hält und erst nach langer Nutzung erstezt werden muß.

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Was andere sagen:
  1. […] kann man nur hoffen, dass es sich hierbei auch wirklich um das Angebotene handelt, denn Gegenbeispiele kennen wir ja leider auch […]



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