Mode aus der Provinz

Hamburg hat als Modehauptstadt der Republik längst ausgedient und auch in Berlin läuft alles nicht mehr so rund. Dabei hat sich die Hauptstadt alle Mühe gegeben, um mit den ganz großen der Modewelt mithalten zu können. Fashion Week und ständig großartige Schauen, jede Menge andere interessante Events und die Einladungen an kreative Köpfe, doch in Berlin die Ideen nur so sprudeln zu lassen. Aber immer mehr junge innovative Designer schlagen ihre Zelte in der Provinz auf, oder besser gesagt, sie verlassen ihre Heimatstadt gar nicht erst.

Wer kennt schon Mode aus Bielefeld? Kaum einer, sollte man meinen. Frederike von Müller hat das noch nie gestört, denn sie entwirft und vermarktet ihre Mode in der Nordrhein-Westfälischen Provinz. Nach sieben Jahren in New York, in denen sie für große Unternehmen entworfen hat, ist sie nach Bielefeld zurückgekehrt und hat dort 2003 ihr eigenes Label gegründet. Sinnigerweise trägt es den Namen „Puddingtown“, eine Referenz an den größten Arbeitgeber der Stadt, einen bekannten Hersteller von Pudding mit Doktortitel. Farbenfroh und emotional sind ihre Kreationen und sie beweist, dass man auch aus Küchentextilien schicke Klamotten nähen kann.

Ähnlich wie Frederike von Müller denkt auch Rike Winterberg aus Hannover. Sie macht feminine und sehr elegante Damenmode, die sie in ihrem Geschäft in Hannover verkauft. Klasse statt Masse ist ihr Motto und sie will sich keinem Druck aussetzten, sondern lieber das machen, was sie möchte. In einem kleinen Rahmen zwar, aber handwerklich perfekt.

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