Esprit: Kooperation mit Open Ceremony

Esprit steht vor einem Wandel. Nachdem die Marke jahrelang in den Miesen stand und rote Zahlen schrieb, zeichnet sich jetzt eine Trendwende ab. Nach einigen mageren Jahren, konnten wieder Gewinne eingefahren werden. Das Image soll verjüngt werden, der Konzern muss nach wie vor saniert werden, doch insgesamt geht es spürbar aufwärts. Der Vorstandschef der Modekette versucht seit dem Jahr 2012 dem Konzern auf die Sprünge zu helfen. Nun scheinen sich die Bemühungen auszuzahlen. Die Zahlen für das Jahr 2015 sind sehr gut, es wurde ein Gewinn von 2,4 Mio. € erzielt. Jedoch ist Esprit keineswegs aus dem Schneider, es rentiert sich alles noch nicht so richtig beziehungsweise ist profitabel. Summa summarum firmierte Esprit schlussendlich Ende letzten Jahres mit 69 Mio. € Verlust. Der Umsatz lag bei 2 Milliarden €, das heißt er ging sogar zurück. Gründe dafür sind, dass Esprit rund 67 Shops, die floppten geschlossen hatte, darunter allein zehn in der Bundesrepublik Deutschland.

Martínez brauchte relativ lange, um Erfolge zu erzielen. Seine Vorgänger trieben den Konzern durch eine falsche Politik fast in den Ruin, zum Beispiel durch unkontrollierte Expansion. Das einstige Premiumlabel wurde zweit- und drittklassig. Vielen Verkäufern und Verkäuferinnen wurde gekündigt, mehrere Geschäfte wurden geschlossen.

Es musste eine neue Strategie und Organisation her, das Zauberwort hieß „Vertikalisierung“. Die so genannte Fertigungskette vom Entwurf bis zum Sale wurde komplett neu überdacht. Martinez konnte dabei von seinen Erfahrungen bei der Zara-Mutter Inditex profitieren. Die Anzahl der jährlichen Kollektionen wurde drastisch minimiert. Die Entwicklungszeiten wurden verkürzt und Produktionsabläufe geändert. Dann kam der lang ersehnte Erfolg: Nach dem Launch des neuen vertikalen Modells im Jahr 2015, stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 8,1 %. Esprit möchte mehr Kunden und Kundinnen unter 30 Jahren gewinnen. Zurzeit kaufen eher Leute zwischen 40 und 50 Jahren dort ein. Außerdem waren die letzten zwei Winter mild, der Sommer verregnet, so dass viel Bekleidung nicht verkauft wurde. Außerdem muss man sich gegen Online-Giganten wie Zalando behaupten, gegenüber H&M oder gar Billiganbietern wie Primark, wo gerade jungen Frauen verstärkt immer mehr einkaufen gehen.

Eine neue Geschäftsidee ist es deshalb, mit Popstars wie Jay Z und Rhianna zu kooperieren und zu werben. Deren Kollektionen und Namen ziehen die Kundschaft in die Läden. Diese Teile werden allerdings nur über Läden von Open Ceremony vertrieben.

Zwei Probleme gibt es noch: Bei Partnern, bei denen Esprit-Mode verkauft wird, wie Kaufhof und Karstadt, stagniert der Absatz. Dort ist noch kein Rezept gefunden. Und: der asiatische Markt; hier ist der Verkauf in den Shops rückgängig, es wird online gekauft.

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