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Ausrüster der WM 2026: Welche Marken die 48 Nationalteams und die Schiedsrichter einkleiden

Ein Paar in brasilianischen Fußballtrikots

48 Teams. 104 Spiele. Millionen von verkauften Trikots.

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 setzt nicht nur sportlich neue Maßstäbe, sie ist zugleich die größte Fashion-Show der Sportgeschichte. Für Giganten wie Adidas, Nike und Puma geht es längst nicht mehr nur um das Logo auf der Brust der Spieler. Es geht um Streetwear-Kultur. Um Lifestyle. Und natürlich um Milliarden.

Wer die großen Nationalmannschaften ausrüstet, dominiert die Straßen weltweit. Ein Blick hinter die Kulissen des wichtigsten Schaufensters der Sportartikelbranche.

Wer stattet wen aus? Die kompakte Übersicht

Die drei Branchenführer machen das Turnier weitgehend unter sich aus. Doch die Aufstockung auf 48 Teilnehmer öffnet plötzlich auch für absolute Underdogs die Tür zur Weltbühne.

Hier ist die Übersicht, welche Marken die WM-Teilnehmer einkleiden:

Ausrüster Anzahl Teams Ausgerüstete Nationalmannschaften
Adidas 14 Algerien, Argentinien, Belgien, Curaçao, Deutschland, Japan, Kolumbien, Mexiko, Norwegen, Katar, Saudi-Arabien, Schottland, Südafrika, Spanien
Nike 12 Australien, Brasilien, England, Frankreich, Kanada, Kroatien, Niederlande, Neuseeland, Polen, Südkorea, Türkei, USA
Puma 11 Ägypten, Elfenbeinküste, Ghana, Marokko, Österreich, Paraguay, Portugal, Senegal, Schweiz, Tschechien, Uruguay
Kelme 2 Bosnien-Herzegowina, Jordanien
Weitere (Je 1 Team) 9 7Saber (Usbekistan), Capelli Sport (Kap Verde), Jako (Irak), Kappa (Tunesien), Majid (Iran), Marathon (Ecuador), Reebok (Panama), Saeta (Haiti), Umbro (DR Kongo)

Adidas: Die Macht der Tradition

Adidas und die WM – das gehört zusammen. Seit Jahrzehnten.

Wenn man an historische Turniermomente denkt, sieht man fast zwangsläufig die drei Streifen. Franz Beckenbauer, Zinedine Zidane, Lionel Messi. Die Herzogenauracher stellen auch 2026 wieder die meisten Teams. Und was für welche! Mit Deutschland, Argentinien, Spanien und Italien hat Adidas die absoluten Schwergewichte des Weltfußballs im Portfolio.

Besonders der Deal mit Argentinien zahlt sich seit dem Titelgewinn 2022 massiv aus. Messis Trikot? Ein globaler Dauer-Bestseller. Auch wenn der Druck der Konkurrenz wächst: Adidas bleibt die dominierende Kraft dieses Turniers.

Nike: Lifestyle, Stars und Streetwear

Nike spielt ein anderes Spiel. Die Amerikaner setzen voll auf globale Reichweite, Popkultur und die Symbiose aus Fußball und Fashion.

Im Portfolio finden sich die absoluten Fan-Lieblinge: Brasilien, Frankreich, England und die USA. Allein das legendäre gelbe Trikot der Seleção besitzt eine unvergleichliche Strahlkraft, die weit über den Sport hinausreicht.

Dabei versteht es Nike meisterhaft, Trikots nicht nur für die Kurve, sondern für den Club und die Straße zu entwerfen. Kooperationen mit Designern und Influencern sind Standard. Ein Trikot ist hier kein reiner Fanartikel mehr. Es ist ein echtes Statement-Piece.

Puma: Kreativität und die afrikanische Bühne

Und Puma? Die Marke mit der Raubkatze hat ihre ganz eigene Nische perfektioniert. Sie sind die unangefochtene Nummer eins, wenn es um afrikanische Nationalteams geht.

Marokko, Senegal, Ghana, die Elfenbeinküste. Genau hier entstehen oft die spannendsten, mutigsten Designs des ganzen Turniers – fernab von den braven, oft sehr klassischen Vorlagen aus Europa. Farben, auffällige Muster, tiefe kulturelle Wurzeln im Design. Puma traut sich was. Aber auch in Europa greift die Marke an. Ein echter Coup war zuletzt der Wechsel von Portugal, die nach jahrzehntelanger Nike-Partnerschaft nun in Puma auflaufen.

Exoten und Kultmarken: Die Underdogs

Abseits der großen Drei wird es richtig wild. Denn hier schreiben kleinere Hersteller ihre eigenen WM-Märchen.

Da wäre zum Beispiel Umbro. Die britische Traditionsmarke stattet die DR Kongo aus – pure Nostalgie für Trikot-Nerds. Reebok feiert mit Panama ein kleines Comeback auf der ganz großen Bühne. Kappa bringt italienisches Retro-Flair nach Tunesien.

Und dann sind da noch die echten Exoten: 7Saber (Usbekistan), Capelli Sport (Kap Verde) oder Majid (Iran). Für diese regionalen Marken ist allein die Sichtbarkeit bei einem einzigen WM-Spiel ein gigantischer Imagegewinn. Unbezahlbar.

Der letzte Tanz: Deutschland und Adidas

Für deutsche Fans schwingt 2026 jede Menge Wehmut mit. Es ist die letzte große WM in Adidas.

Nach über 70 Jahren trennen sich die Wege. Das Wunder von Bern, die Titel 74, 90 und 2014 – all das passierte in Trikots aus Franken. Ab 2027 übernimmt Nike. Ein Mega-Deal. Rund 100 Millionen Euro soll der US-Gigant dem DFB jährlich überweisen. Eine Summe, bei der Tradition schlichtweg nicht mehr mithalten konnte.

Der Wechsel spaltete die Fans enorm. Doch aus modischer Sicht wird er extrem spannend. Nike steht für modernere Silhouetten und aggressive Streetwear-Einflüsse, während Adidas beim DFB in den letzten Jahren meist auf historische Zitate setzte. Die WM 2026 ist das Ende einer großen Ära.

Auch interessant dazu: Das deutsche WM-Trikot 2018 – von einer Legende inspiriert

Und wer rüstet eigentlich die Schiedsrichter aus?

104 Spiele, 104-mal auf dem Platz: Die Schiedsrichter. Doch wer stattet sie aus? Die Antwort ist ein alter Bekannter: Adidas.

Die Marke hat ihre Partnerschaft mit der FIFA längst bis 2030 verlängert. Das bedeutet, dass alle Unparteiischen, Assistenten und VARs exklusiv die offiziellen Drei-Streifen-Kollektionen tragen.

Das ist alles andere als ein Trostpreis. Im Gegenteil. Da die Referees permanent im Bild sind, ist der Werbewert gigantisch. Zudem nutzt Adidas diese Ausstattung oft als Testlabor. Neue, extrem leichte Materialien und feuchtigkeitsregulierende Hightech-Stoffe feiern bei den Schiedsrichtern oft Premiere, bevor sie Jahre später in die regulären Trikots der Spieler übernommen werden.

Vom Platz auf die Straße: Trikots als Fashion-Statement

Vor zehn Jahren trug man Trikots im Stadion oder beim Kreisliga-Training. Heute? Auf der Fashion Week.

Der sogenannte „Blokecore“-Trend hat das Fußballtrikot mitten in die High-Fashion katapultiert. Vor allem die Shirts von Japan, Nigeria oder Brasilien werden heute ganz selbstverständlich zur weiten Vintage-Jeans kombiniert.

Die WM 2026 wird diese Entwicklung auf die Spitze treiben. 48 Teams. Dutzende Marken. Hunderte Designs. Für Modebegeisterte wird dieses Turnier genauso mitreißend wie für Taktik-Nerds. Denn das Spiel läuft längst nicht mehr nur auf dem Rasen.

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