Catwalk oder Tennisplatz?

Foto by flickr, siddylam, unter CC by

Als die Damen im 19. Jahrhundert erstmals öffentlich Tennis spielen durften, trugen sie bodenlange Röcke, eine Bluse mit langen Ärmel, die möglichst hochgeschlossen sein sollte und einen flotten Strohhut auf dem Kopf. In den 1970er Jahren waren Asse wie Martina Navratilova und Billie Jean King die ersten Frauen, die einen Minirock auf dem Center Court trugen. Das galt schon als gewagt, aber das was die Damen heute auf dem Tennisplatz tragen, wird als pure Provokation empfunden.

Die offenen französischen Meisterschaften in Paris, eines der vier großen Tennisturniere des so genannten „Grand Slam“, war in diesem Jahr mehr ein Jahrmarkt der Eitelkeiten als ein Tennisturnier. Die Amerikanerin Venus Williams ist nicht nur für ihre Vorhand bekannt, sondern auch für ihre immer wieder überraschende Auswahl an Garderobe, die sie auf dem Platz trägt. Dazu gehörten in der Vergangenheit unter anderem mit Spitzen und Rüschen verzierte Höschen in allen Farben und Kleider, die eher an ein Negligé erinnerten, als an ein Tennisdress. In diesem Jahr hatte sich die Weltklassenspielerin etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Ihr Kleid ähnelte einem Korsett, wie es die Damen einst im legendären  Moulin Rouge  getragen haben.

Aber nicht nur Venus Williams trägt Auffallendes, eine Spielerin erschien in Kanariengelb, mit neckischen Rüschen und eine andere hatte  ihre megalangen, knallroten Fingernägel mit Pailetten und kleinen Sternchen beklebt.

Noch schlimmer war eigentlich nur die Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands. Sie wollte mit einem Cowboy Hut auf dem Kopf spielen, wurde dafür mit 1000,- Dollar Geldstrafe belegt und verschwand in der Umkleidekabine. Als sie wieder auftauchte, hatte sie den Hut zwar abgelegt und war dafür in ein Kleidchen mit Leoparden Print geschlüpft.

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