Wer More Nutrition googelt, sucht meist nach einer klaren Antwort: Sind Chunky Flavour, Zerup, Protein Coffee, Proteinriegel und Co. wirklich hilfreich – oder steckt hinter dem Hype vor allem geschicktes Influencer-Marketing? Nach meinem eigenen Test würde ich sagen: Einige Produkte schmecken gut und können den Alltag erleichtern. Problematisch wird es dort, wo aus praktischen Fitness-Produkten plötzlich große Gesundheitsversprechen werden.
Ich habe mich selbst eine Zeit lang vom More-Nutrition-Hype mitreißen lassen. Auf Instagram kam man an der Marke kaum vorbei, und auch meine Tochter hatte die Produkte bereits getestet. Genau deshalb wollte ich wissen, was da eigentlich Phase ist: Schmeckt das Zeug wirklich so gut? Hilft es im Alltag? Und warum steht More Nutrition seit Jahren so stark in der Kritik?
Warum More Nutrition so bekannt wurde
More Nutrition ist eine Marke für Proteinprodukte, Geschmackspulver, zuckerarme Alternativen, Sirupe und Nahrungsergänzungsmittel. Besonders bekannt sind Produkte wie Chunky Flavour, Zerup, Protein Coffee, Proteinriegel und verschiedene Supplements. Die Marke wurde vor allem über Social Media groß, nicht über klassische Werbung.
Das Prinzip ist leicht zu verstehen: Menschen sehen Influencerinnen und Influencer, die Produkte im Alltag verwenden. Im Kaffee, im Quark, im Wasser, im Porridge, im Shake. Dadurch wirken die Produkte nahbar und praktisch. Es geht nicht um abstrakte Werbeslogans, sondern um Routinen, Rezepte und persönliche Transformationen.
Genau das macht More Nutrition so stark – und gleichzeitig so angreifbar. Denn wenn Fitnessprodukte mit Abnehmerfolgen, Zyklus-Themen, Schwangerschaft oder gesundheitlichen Verbesserungen verbunden werden, verlassen sie schnell den Bereich normaler Produktempfehlung. Dann geht es um gesundheitsbezogene Aussagen, und dafür gelten in der EU strenge Regeln.
Die europäische Health-Claims-Verordnung regelt, welche nährwert- und gesundheitsbezogenen Aussagen bei Lebensmitteln erlaubt sind. Gesundheitsversprechen dürfen nicht frei erfunden, übertrieben oder irreführend sein.
Meine Erfahrung mit More Nutrition: Geschmack, Alltag und Nutzen
Ich wollte die Produkte nicht nur von außen bewerten. Also habe ich sie ausprobiert – ohne die Erwartung, dass ein Sirup, ein Proteinriegel oder ein Pulver irgendetwas „repariert“. Für mich ging es um einfache Fragen: Schmeckt es? Nutze ich es regelmäßig? Hilft es mir im Alltag?
Der Pfirsich-Sirup hat mich geschmacklich überrascht. Ich trinke damit tatsächlich mehr Wasser, weil Wasser mit Geschmack für mich im Alltag einfacher funktioniert. Das ist kein medizinischer Effekt, sondern schlicht eine Gewohnheit. Wer mehr trinkt, weil ihm Wasser mit Geschmack besser schmeckt, hat für sich einen praktischen Vorteil gefunden.
Ein weiteres Produkt, das ich regelmäßig getestet habe, ist der Schoko-Zerup für Kaffee und Teegetränke. Hier war ich zunächst skeptisch. Schokoladengeschmack ohne Zucker klingt oft besser, als er am Ende tatsächlich schmeckt. In meinem Fall hat der Sirup aber positiv überrascht. Ich verwende ihn gelegentlich im Kaffee, manchmal auch im Joghurt. Bereits eine kleine Menge sorgt für eine angenehme Schokonote. Besonders in Cappuccino oder Milchkaffee funktioniert das für meinen Geschmack erstaunlich gut. Auch Naturjoghurt bekommt dadurch mehr Geschmack, ohne dass zusätzlicher Zucker nötig ist.

Der kalorienfreie Schoko-Sirup sorgt für eine angenehme Schokoladennote im Kaffee oder Joghurt. Besonders in Cappuccino und Protein Coffee hat mich der Geschmack positiv überrascht.
Der Protein Coffee gehört zu den Produkten, die ich wahrscheinlich am häufigsten genutzt habe. Viele Proteinprodukte hinterlassen einen künstlichen Nachgeschmack oder wirken sehr süß. Beim Protein Coffee hatte ich eher das Gefühl, ein normales Alltagsprodukt zu trinken, das sich unkompliziert in meine Morgenroutine integrieren lässt. Für Menschen, die ohnehin Kaffee trinken und gleichzeitig ihre Proteinzufuhr im Blick behalten möchten, ist das durchaus praktisch.
Der Shaker beziehungsweise die Flasche ist für mich ein unterschätzter Punkt. Durch das integrierte Sieb verteilt sich das Pulver deutlich besser. Es entstehen kaum Klümpchen oder kleine Pulverreste. Wer regelmäßig Proteinshakes trinkt, kennt das Problem vieler günstiger Shaker. Genau deshalb ist mir dieser Unterschied im Alltag sofort aufgefallen.

Der Shaker gehört für mich zu den unterschätzten Produkten der Marke. Das integrierte Sieb verteilt das Proteinpulver gleichmäßiger und verhindert störende Klümpchen.
Bei den Proteinriegeln hatte ich ebenfalls weniger auszusetzen als erwartet. Sie schmecken süß, aber nicht so extrem süß wie viele klassische Proteinriegel aus dem Fitnessbereich. Für mich ersetzen sie keine richtige Mahlzeit. Wenn es jedoch schnell gehen muss oder ich unterwegs bin, können sie eine praktische Möglichkeit sein, die tägliche Proteinzufuhr etwas einfacher zu gestalten.

Die Protein Satisbites gehören zu den Produkten, die mich geschmacklich positiv überrascht haben. Die Konsistenz wirkt angenehm weich und die Süße fällt deutlich ausgewogener aus als bei vielen klassischen Proteinriegeln.
Am Ende habe ich festgestellt, dass mich nicht die großen Werbeversprechen überzeugt haben, sondern die kleinen Dinge im Alltag. Mehr Wasser trinken. Einen Kaffee mit zusätzlichem Protein trinken. Einen Joghurt geschmacklich aufwerten. Oder einen Riegel dabei haben, wenn keine andere Proteinquelle verfügbar ist. Genau dort liegt für mich der tatsächliche Nutzen der Produkte.
Warum More Nutrition weiterhin in der Kritik steht
More Nutrition steht nicht deshalb in der Kritik, weil Proteinpulver oder Sirup grundsätzlich problematisch wären. Die Kritik richtet sich vor allem gegen bestimmte Werbeaussagen, insbesondere auf Social Media.
Foodwatch warf More Nutrition vor, mit irreführenden Gesundheitsversprechen geworben zu haben. Dabei ging es unter anderem um Aussagen zu Gewichtsabnahme, Schwangerschaft und gesundheitlichen Wirkungen. Das Landgericht Itzehoe entschied im September 2024 zugunsten von foodwatch. Laut Gericht durfte More Nutrition bestimmte Werbeaussagen nicht mehr verwenden.
Im Mai 2025 zog More Nutrition seine Berufung zurück. Damit wurde das Urteil rechtskräftig.
Das ist für Verbraucher wichtig: Die Marke selbst ist nicht verboten. Auch die Produkte sind dadurch nicht automatisch schlecht. Aber bestimmte Werbeaussagen wurden rechtlich beanstandet. Genau hier liegt der Kern der Debatte.
Health Claims: Warum Fitnesswerbung nicht alles sagen darf
Bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln gilt ein anderer Maßstab als bei normaler Lifestyle-Werbung. Wer ein Kleid, eine Tasche oder ein Paar Sneaker bewirbt, darf emotionaler formulieren. Bei Lebensmitteln wird es heikler, sobald gesundheitliche Effekte ins Spiel kommen.
Die Health-Claims-Verordnung soll Verbraucher vor irreführenden Aussagen schützen. Gesundheitsbezogene Angaben sind nur erlaubt, wenn sie zugelassen sind und die Bedingungen erfüllen.
Das betrifft auch Influencer-Werbung. Wenn eine Influencerin erzählt, sie habe mit bestimmten Produkten 17 Kilo abgenommen, kann das beim Publikum den Eindruck erzeugen, das Produkt sei der entscheidende Grund gewesen. Genau solche Aussagen sind problematisch, wenn sie nicht sauber eingeordnet werden.
Influencer-Marketing: Warum der More-Hype so gut funktioniert
More Nutrition hat verstanden, wie modernes Social-Media-Marketing funktioniert. Die Produkte tauchen nicht nur in klassischen Anzeigen auf, sondern im Alltag von Menschen, denen viele Follower vertrauen. Das schafft Nähe.
Gerade bei Ernährung, Fitness und Körpergefühl ist diese Nähe mächtig. Wer jemandem täglich folgt, nimmt Empfehlungen oft persönlicher wahr als eine normale Werbeanzeige. Das kann inspirieren, aber auch Druck erzeugen.
Bei More Nutrition ging es oft nicht nur um Geschmack oder Proteinzufuhr. Es ging um Vorher-nachher-Geschichten, Diät-Erfolge, Routinen, Disziplin und Körperbilder. Genau dort beginnt die kritische Ebene.
Genau das unterscheidet Influencer-Marketing von klassischer Werbung. Menschen kaufen nicht nur ein Produkt, sondern oft auch die Geschichte dahinter. Wer täglich Transformationen, Fitness-Routinen und Erfolgserlebnisse sieht, verbindet diese automatisch mit den gezeigten Produkten. Das bedeutet nicht, dass die Produkte wirkungslos sind. Es zeigt aber, wie stark Social Media Kaufentscheidungen beeinflussen kann.
Rückblickend war das auch einer der Gründe, warum ich More Nutrition selbst ausprobieren wollte. Die Produkte waren über Jahre hinweg praktisch überall präsent. Irgendwann wollte ich wissen, ob hinter dem Hype tatsächlich gute Produkte stecken oder ob vor allem das Marketing überzeugt.
Wie ich More Nutrition heute bewerte
Nach mehreren Wochen mit More Nutrition bleibt bei mir weder große Begeisterung noch große Enttäuschung zurück.
Einige Produkte haben mich tatsächlich überzeugt. Der Pfirsich-Sirup sorgt dafür, dass ich mehr Wasser trinke. Der Schoko-Zerup schmeckt im Kaffee und Joghurt besser, als ich erwartet hatte. Der Protein Coffee lässt sich unkompliziert in den Alltag integrieren und selbst der Shaker macht seinen Job besser als viele andere Modelle, die ich ausprobiert habe.
Genau deshalb verstehe ich, warum die Marke so erfolgreich geworden ist.
Was ich heute allerdings anders sehe als noch vor meinem Selbsttest: Viele Produkte werden im Umfeld von Social Media größer gemacht, als sie tatsächlich sind. Zwischen Vorher-Nachher-Bildern, Erfolgsgeschichten und Rabattcodes entsteht schnell der Eindruck, dass bestimmte Produkte einen entscheidenden Unterschied machen.
Diesen Eindruck habe ich nach meinem Test nicht.
Die Produkte können praktisch sein. Sie können Gewohnheiten erleichtern. Sie können Geschmack in den Alltag bringen oder dabei helfen, bestimmte Ernährungsziele einfacher umzusetzen. Mehr sollte man ihnen aber auch nicht zuschreiben.
Weder ein Sirup noch ein Proteinriegel oder ein Protein Coffee entscheiden darüber, ob jemand gesund lebt. Dafür sind Ernährung, Bewegung, Schlaf und langfristige Gewohnheiten deutlich wichtiger.
Vielleicht ist genau das die ehrlichste Antwort auf den gesamten More-Nutrition-Hype.
Man kann die Produkte nutzen. Man muss es aber nicht.
Wer Gefallen daran findet, wird einige Produkte wahrscheinlich gerne verwenden. Wer seinen Proteinbedarf über normale Lebensmittel deckt und keine zuckerfreien Alternativen benötigt, verpasst aus meiner Sicht nichts.
Am Ende bleiben für mich einige Produkte, die ich durchaus weiter nutzen würde, aber keine, die ich als unverzichtbar bezeichnen würde.
Meine persönliche Einordnung der getesteten More-Produkte
| Produkt | Meine Erfahrung | Praktischer Nutzen | Kritische Einordnung |
|---|---|---|---|
| Zerup Pfirsich-Sirup | Fruchtiger Geschmack, den ich regelmäßig nutze | Hilft mir, mehr Wasser zu trinken | Geschmackshilfe, kein Gesundheitsprodukt |
| Zerup Chocolate | Angenehme Schokonote im Kaffee und Joghurt | Weniger Bedarf an gezuckerten Zusätzen | Geschmack statt Gesundheitswirkung |
| Protein Coffee | Überraschend ausgewogener Geschmack | Einfache Proteinquelle im Alltag | Kein Ersatz für ausgewogene Ernährung |
| Protein-Shaker | Kaum Klümpchen durch das Sieb | Bessere Mischung von Proteinpulver | Praktisches Zubehör |
| Proteinriegel | Süß, aber nicht übertrieben künstlich | Snack für unterwegs | Kein Ersatz für vollwertige Mahlzeiten |
| Proteinpulver | Einfach anzurühren | Unterstützung der Proteinzufuhr | Nur sinnvoll im Rahmen der gesamten Ernährung |

Sandra interessiert sich seit vielen Jahren für Mode, Trends und stilvolle Alltagslooks. Besonders spannend findet sie die Styles, die nicht nur auf Instagram funktionieren, sondern sich auch im echten Leben tragen lassen. Mit zwei Töchtern (20 und 17) bleibt sie modisch automatisch nah an dem, was gerade angesagt ist. Neue Trends, Social-Media-Hypes und aktuelle Pieces landen bei ihr oft schon früh im Gespräch und manchmal auch direkt im Kleiderschrank. Sie liebt unkomplizierte Styles, gutes Denim und Sneaker, die jedes Outfit ein bisschen lässiger machen.



Keine Kommentare