Der Name der ersten großen Liebe, ein Tribal aus den 2000ern oder ein Motiv, das mit 18 unbedingt auf die Haut musste: Ein Tattoo kann Jahrzehnte halten – der eigene Geschmack muss es nicht. Wer eine Tätowierung heute bereut, muss deshalb nicht zwangsläufig für immer damit leben. Neben einem Cover-up kommt eine Laserbehandlung infrage, mit der sich Farbpigmente schrittweise aufhellen und je nach Tattoo weitgehend entfernen lassen.
Eine Garantie, dass die Haut danach exakt so aussieht wie vor dem Stechen, gibt es allerdings nicht.
Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an „Horror Tattoos – Deutschland, wir retten Deine Haut“. In der sixx-Sendung konnten sich Menschen mit misslungenen oder längst ungeliebten Tattoos für ein Casting bewerben. Tätowierer rund um Randy Engelhard machten aus ausgewählten Problemfällen neue Motive.
Anders als man es Jahre später vielleicht in Erinnerung hat, wurden die Tattoos dort allerdings nicht weggelasert. Die Sendung setzte auf Cover-ups: Aus dem ungeliebten Motiv entstand ein neues Tattoo.
Das Prinzip der Show trifft bis heute einen Nerv. Was passiert mit einem Tattoo, wenn die Geschichte dahinter längst vorbei ist? Und was, wenn Ihr gar kein größeres oder dunkleres Motiv über dem alten haben möchtet?

Ein Tattoo kann jahrelang Teil der eigenen Geschichte sein – und sich trotzdem irgendwann fremd anfühlen.
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Warum ein Tattoo Jahre später plötzlich nicht mehr passt
Ein Tattoo hält sich nicht an Lebensphasen. Beziehungen enden, Freundschaften verändern sich und Trends, die einmal überall zu sehen waren, verschwinden wieder. Mit 35 gefällt Euch vielleicht etwas völlig anderes als mit 18. Gerade darin liegt der besondere Widerspruch einer Tätowierung: Eine Entscheidung aus einem bestimmten Moment bleibt sichtbar, während der Mensch dahinter längst weitergezogen ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Tattoo damals ein Fehler war. Es kann schlicht sein, dass es heute nicht mehr zu Euch passt.
Dabei muss ein bereutes Tattoo keineswegs schlecht gestochen sein. Manchmal verschwindet lediglich die emotionale Verbindung zum Motiv. Der Name eines ehemaligen Partners kann nach einer Trennung unangenehm werden. Ein Symbol, das früher eine große Bedeutung hatte, fühlt sich plötzlich fremd an. Und manches Tattoo erinnert weniger an einen bestimmten Menschen als an eine Version von uns selbst, mit der wir heute nicht mehr viel gemeinsam haben. Spätestens dann stellt sich die Frage, ob das Motiv bleiben, verändert oder entfernt werden soll.
Wer sich für eine Entfernung entscheidet, sollte sich zunächst damit beschäftigen, was beim eigenen Tattoo überhaupt realistisch ist. Das gilt bei einer Tattooentfernung Düsseldorf genauso wie an jedem anderen Ort: Farben, Pigmentdichte, Größe und Tiefe des Motivs können den Behandlungsverlauf beeinflussen. Eine pauschale Zahl an Sitzungen lässt sich deshalb kaum seriös nennen. Auch eine vollständig spurenfreie Entfernung kann nicht für jedes Tattoo versprochen werden.
Dass Tattoo-Reue kein neues Phänomen ist, zeigt sogar das Fashion-Insider-Archiv. Schon vor Jahren berichteten wir darüber, dass Peaches Geldof ihre Tattoos bereute. Besonders kritisch sah sie Tätowierungen, die bereits in ihrer frühen Jugend entstanden waren. Solche Geschichten zeigen, wie stark sich der Blick auf den eigenen Körper im Laufe des Lebens verändern kann. Was einmal Ausdruck von Individualität war, kann später nur noch an eine bestimmte Phase erinnern. Und nicht jede Erinnerung möchte man dauerhaft auf der Haut tragen.
Cover-up oder Tattoo entfernen?
Wer ein Tattoo nicht mehr sehen möchte, steht zunächst vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Soll an derselben Stelle ein neues Motiv entstehen oder soll die Tätowierung möglichst weit verschwinden?
Davon hängt ab, ob ein Cover-up, eine Laser-Aufhellung oder eine möglichst vollständige Tattooentfernung infrage kommt.
Beim Cover-up bleibt das ursprüngliche Tattoo in der Haut. Tätowierer entwickeln ein neues Motiv, das vorhandene Linien und dunkle Flächen aufgreift oder überdeckt. Wie frei sie dabei gestalten können, hängt stark vom alten Tattoo ab.
Ein kleines, bereits verblasstes Motiv bietet andere Möglichkeiten als eine große schwarze Fläche. Deshalb werden Cover-ups häufig größer oder dunkler als die ursprüngliche Tätowierung.
Besonders schwierig kann die Entscheidung bei Tätowierungen werden, die eng mit einer früheren Beziehung verbunden sind. Initialen, Jahrestage oder gemeinsame Symbole besitzen nach einer Trennung plötzlich eine andere Bedeutung.
Wer gerade erst über ein gemeinsames Motiv nachdenkt, findet in unserem Beitrag über Partner-Tattoos und ihre Bedeutung einige Gedanken, die schon vor dem Termin beim Tätowierer hilfreich sein können. Ein Motiv mit eigener persönlicher Bedeutung lässt sich später meist leichter neu einordnen als der ausgeschriebene Name eines Partners.
Bei einer Laserbehandlung passiert etwas völlig anderes als bei einem Cover-up. Die Laserenergie trifft auf die eingelagerten Farbpigmente und zerlegt sie in kleinere Partikel. Der Körper muss diese anschließend über einen längeren Zeitraum verarbeiten.
Deshalb verschwindet eine Tätowierung normalerweise nicht nach einem einzigen Termin. Zwischen den Behandlungen benötigt die Haut zudem Zeit zur Erholung.
Eine weitere Möglichkeit ist die Laser-Aufhellung vor einem Cover-up. Das ursprüngliche Tattoo muss dabei gar nicht vollständig verschwinden. Wird ein dunkles Motiv zunächst aufgehellt, kann das einem Tätowierer später mehr gestalterischen Spielraum geben.
| Möglichkeit | Was passiert? | Möglicher Vorteil | Was Ihr bedenken solltet |
|---|---|---|---|
| Cover-up | Das alte Tattoo wird in ein neues Motiv integriert | Direkte gestalterische Veränderung | Neues Motiv wird häufig größer oder dunkler |
| Laser-Aufhellung | Pigmente werden über mehrere Termine reduziert | Mehr Freiheit für ein späteres Cover-up | Behandlungen und Heilungsphasen benötigen Zeit |
| Laser-Entfernung | Pigmente werden schrittweise möglichst weit reduziert | Kein neues Tattoo notwendig | Vollständige Entfernung lässt sich nicht garantieren |
| Chirurgische Entfernung | Tätowierte Haut wird operativ entfernt | Tätowierte Haut kann entfernt werden | Narben und nur für geeignete Fälle |
Was beim Lasern tatsächlich passiert
Vorher-Nachher-Aufnahmen können den Eindruck erwecken, ein Laser radiere die Tätowierung einfach aus der Haut. So funktioniert die Behandlung nicht.
Die Laserenergie wird von den Farbpigmenten aufgenommen und kann diese in kleinere Bestandteile zerlegen. Anschließend übernimmt der Körper einen Teil der weiteren Arbeit. Die sichtbare Veränderung entsteht deshalb schrittweise.
Wie gut ein Tattoo behandelt werden kann, hängt unter anderem von den verwendeten Farben ab. Schwarze und andere dunkle Pigmente gelten häufig als vergleichsweise gut behandelbar, während bestimmte andere Farben schwieriger sein können.
Auch Alter, Größe, Pigmentdichte und Tiefe der Tätowierung spielen eine Rolle. Selbst zwei optisch ähnliche Motive müssen daher nicht gleich auf eine Behandlung reagieren.
Eine verbindliche Aussage zur Zahl der Sitzungen ist deshalb schwierig. Ein kleiner schwarzer Schriftzug am Handgelenk lässt sich nicht mit einem großflächigen, mehrfarbigen Tattoo am Rücken vergleichen.
Nach einer Laserbehandlung kann die Haut reagieren. Rötungen, Schwellungen und Bläschen gehören zu den möglichen Reaktionen. Wie die behandelte Stelle anschließend gepflegt werden sollte, hängt vom individuellen Befund ab.
Die Hinweise der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes sollten deshalb Vorrang vor allgemeinen Beauty-Tipps aus dem Netz haben.

Bei der Laserbehandlung werden die Farbpigmente des Tattoos schrittweise mit Laserenergie behandelt.
Warum „narbenfrei“ kein Versprechen sein darf
Natürlich ist der Wunsch verständlich: Das Tattoo soll verschwinden und möglichst nichts zurückbleiben. Moderne Laserbehandlungen verfolgen das Ziel, die Pigmente gezielt zu behandeln und das umliegende Gewebe möglichst zu schonen.
Trotzdem lässt sich nicht versprechen, dass die Haut anschließend exakt so aussieht wie vor dem Tätowieren. Veränderungen der Pigmentierung können auftreten. Auch Narben gehören zu den möglichen Risiken.
Die US-amerikanische Food and Drug Administration nennt bei der Tattooentfernung unter anderem Narben und Infektionen als mögliche Risiken. Das bedeutet nicht, dass solche Folgen bei jeder Behandlung entstehen. Sie dürfen in einer seriösen Beratung aber auch nicht ausgeblendet werden.
Das Düsseldorfer Laser Ästhetik Institut beschreibt für seine Tattooentfernung die Behandlung mit einem Q-Switch-Laser. Auch dort wird die Zahl der benötigten Sitzungen von verschiedenen Faktoren abhängig gemacht. Genannt werden unter anderem Alter, Größe, Farbe und Tiefe der Tätowierung sowie der Hauttyp.
Genau diese individuelle Betrachtung ist sinnvoller als pauschale Aussagen wie „nach fünf Sitzungen ist alles weg“.
In Deutschland kommt ein wichtiger rechtlicher Punkt hinzu. Die NiSV – Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen – stellt die Laserentfernung von Tätowierungen unter Arztvorbehalt.
§ 5 nennt die Entfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up ausdrücklich. Entsprechende Anwendungen dürfen nur von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit der erforderlichen ärztlichen Weiter- oder Fortbildung durchgeführt werden.
Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Tattooentfernungen mit medizinisch anerkannten Verfahren und durch entsprechend qualifizierte Ärztinnen oder Ärzte durchführen zu lassen.
Interessant ist dabei ein Punkt, der auf Vorher-Nachher-Fotos unsichtbar bleibt: Beim Lasern können aus Tätowierpigmenten Spaltprodukte entstehen. Stoffe, die bereits aus einem Tattoo in andere Bereiche des Körpers gelangt sind, verschwinden zudem nicht automatisch mit dem sichtbaren Motiv.
„Narbenfrei“ beschreibt daher am besten das angestrebte Ergebnis einer möglichst hautschonenden Behandlung. Es sollte nicht als Garantie verstanden werden.
Woran Ihr eine seriöse Tattooentfernung erkennt
Die erste Frage sollte nicht lauten: „Wie schnell ist mein Tattoo weg?“ Wichtiger ist zunächst: Wer führt die Behandlung durch?
Für die Laserentfernung von Tätowierungen gelten in Deutschland die Vorgaben der NiSV. Die medizinische Qualifikation ist damit kein nebensächliches Detail. Ein modernes Gerät allein macht noch keine gute Behandlung.
Auch das Beratungsgespräch verrät viel. Eine gute Beratung beschäftigt sich mit dem konkreten Tattoo: Welche Farben sind sichtbar? Wie groß ist die Fläche? Gibt es bereits Narben? Wie sieht die Haut aus? Welches Verfahren soll eingesetzt werden?
Besonders vorsichtig solltet Ihr bei absoluten Aussagen wie „garantiert komplett weg“ oder „hundertprozentig narbenfrei“ werden. Zu viele Faktoren unterscheiden sich von Tattoo zu Tattoo und von Haut zu Haut.
Vorher-Nachher-Bilder können trotzdem bei der Orientierung helfen. Aussagekräftiger sind Beispiele, bei denen Ausgangsmotiv und Haut ungefähr mit dem eigenen Fall vergleichbar sind.
Ein kleiner schwarzer Schriftzug verrät wenig darüber, wie ein großes Tattoo mit Rot, Grün oder Gelb reagieren wird. Auch Licht, Perspektive und Zeitpunkt der Aufnahme können die Wirkung solcher Bilder verändern.
Nach der Behandlung gehört die Nachsorge zum Prozess. Die konkreten ärztlichen Hinweise sollten dabei Vorrang vor allgemeinen Hautpflege-Ratschlägen haben.
Gerade beim Umgang mit Sonne lohnt sich ein bewusster Blick auf die Haut. Dass starke Bräune längst nicht mehr automatisch als Schönheitsideal gilt, haben wir bei Fashion Insider bereits beim Thema blasse Haut und der veränderte Blick auf Sonnenbräune aufgegriffen.
Bei einer frisch behandelten Hautstelle geht es allerdings nicht um Trends, sondern um medizinische Nachsorge. Deshalb solltet Ihr Euch hier an die individuellen Empfehlungen der behandelnden Praxis halten.
Manchmal muss das Tattoo am Ende gar nicht vollständig verschwinden. Wer Tätowierungen grundsätzlich weiterhin mag, nur dieses eine Motiv nicht mehr sehen möchte, kann auch über eine Aufhellung mit anschließendem Cover-up nachdenken.
Damit landet die Geschichte fast wieder bei „Horror Tattoos“ – nur mit einer zusätzlichen Möglichkeit vor dem neuen Motiv. Welche Variante sinnvoller ist, hängt vom Tattoo, von der Haut und vor allem davon ab, was Ihr später an dieser Stelle sehen möchtet.

Ruxandra Schröder ist Geschäftsführerin und Chefredakteurin von Fashion Insider. Sie schreibt über Mode, Beauty, Trends und stilvolle Alltagslooks, die nicht nur in sozialen Netzwerken gut aussehen, sondern sich auch im echten Leben tragen lassen. Besonders liebt sie unkomplizierte Styles, gut sitzendes Denim und Sneaker mit dem gewissen Etwas. In sozialen Netzwerken ist Ruxandra vielen auch als Sandra bekannt.






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