Das COQON Smart Home System – Ein Erfahrungsbericht

Smart Home Produkte sind derzeitig in aller Munde. Auch wenn ich grundsätzlich technischen Neuheiten gegenüber relativ aufgeschlossen bin, gehörte ich bis vor Kurzem noch zu der Gruppe von Menschen, denen der Gedanke an die Einrichtung und dauerhafte Internetverbindung des eigenen Heims einen Schauer über den Rücken gejagt hat. Denn was erstmal digitalisiert ist, kann theoretisch auch gehackt werden. Doch nachdem ich von der Lösung des Bremers Unternehmens erfuhr, entschloss ich mich dazu unser Zuhause etwas an die heutige Zeit anzupassen und das COQON System selbst zu testen. Ein wichtiger Aspekt dabei war die neben dem Komfort und effizienteren Steuern der Heizung auch die Sicherheit unseres Penthouses, welches durch den Einsatz des Systems verbessert werden konnte.

Die technische Ausstattung von COQON
COQON ist der Name der Serie, welche von neusta next auf den Weg gebracht wurde und der mit hochwertigen Komponenten des Raumklimaspezialisten Danfoss bestückt ist. Ich habe mich schließlich zunächst für die „COQON qbox Basic“ entschieden. Neben der Basisstation enthielt das Paket einen Zwischenstecker, ein Thermostat für den Heizkörper, sowie Fenster- und Türkontakt. Auch wenn die Heizanlage aufgrund des sommerlichen Wetters gerade weniger verwendet wird, wollte ich nicht bis zum nächsten Winter warten, um ein paar Worte zu diesem System zu schreiben. Die einzelnen Produkte enthielten zusätzlich zum jeweiligen Gerät alles notwendige Zubehör, wie Kabel, Schrauben und einer Installationsanleitung.

Die Komponenten von COQON lassen sich in 7 Kategorien gruppieren: QCam, QHeat QLight, QMedia, QSecure, QSense und QWeather. Ich denke es lässt sich schon anhand der einzelnen Namen erkennen, welche Aspekte jede Kategorie bedient. Diese verschiedenen Produktgruppen sind miteinander kombinierbar, wodurch unzählige Möglichkeiten bestehen, wie das System genutzt werden kann. Doch genug geredet, nun ging es daran das System in Einsatz zu nehmen.

Die Installation des Smart Home Systems
Ich würde mich selbst nicht unbedingt als Technik-Nerd bezeichnen, doch auch mir wurde schnell klar, dass die einzelnen Produkte mit der Basisstation kommunizieren, die quasi die Schaltzentrale innerhalb der Wohnung oder des Hauses ist und dann auch über die App die Befehle an die einzelnen Komponenten weitergibt. Diese Q-Box Schaltzentrale wird wie ein Router an den Strom und per Kabel an das Internet angeschlossen und wird supereinfach über die App durch das abfotografieren eines Codes auf der Unterseite des Gerätes aktiviert.
Die einzelnen Geräte brauchte ich bloß an eine Stromzufuhr anschließen. Wie ich dann anhand der Menüführung in der App erfuhr, lässt sich alles komfortabel über die mitgelieferte App steuern und einrichten. Über die App konnte ich dann sehr leicht die Installation durchführen. Dafür muss das heimeigene WLAN mit der entsprechenden Qbox verbunden. Nach einer kurzen Zeitspanne startet diese ein kurzes Update und ist unmittelbar im Anschluss einsatzbereit.

Die Qbox kann sowohl horizontal als auch vertikal an die Wand montiert werden. Durch eine grüne LED an der Box wird Betriebsbereitschaft angezeigt. Auch wenn mich das doch relativ grelle Leuchten hin und wieder ein bisschen stört, gefällt mir das schlichte Design der Box ganz gut.

Ich hatte erst Bedenken die Daten über mein Zuhause einem Cloudservice zu überlassen, auf den ja theoretisch jeder zugreifen kann, aber meine Befürchtungen wurden zum Glück nicht bestätigt. Die Qbox ist mit 256-Bit verschlüsselt und damit nach Bankenstandard abgesichert. Außerdem stehen alle Server von Coqon ausschliesslich in Deutschland und die Telekom untersützt Coqon auf diesem Gebiet als vertrauenswürdiger Technologiepartner.

Die einzelnen Funktionen des Coqon Smart Home Systems
Wie schon am Anfang des Beitrages erwähnt, verlief dieser Test mitten in den Sommermonaten. Auch wenn die Installation des Heizkörperthermostats nicht großartig zum Einsatz führen wird, wollte ich trotzdem wissen, ob das Ganze funktioniert. Neben dem eigentlichen Thermostat befanden sich noch Batterien um das Gerät in Betrieb zu nehmen und ein zusätzlicher Adapter, für den Fall dass der Standardanschluss nicht an die Heizung passen sollte, mit im Lieferumfang. Ich hatte allerdings das Glück, dass der Standardanschluss gepasst hat. Die Installation gestaltete sich ziemlich einfach, ebenso wie du darauffolgende Einrichtung.

Dazu musste ich nur die App starten und die entsprechende Option auswählen. Mithilfe meiner Kamera konnte ich den Gerätecode einlesen, wodurch alle benötigten Informationen in die App übertragen wurden, zur Bestätigung musste am Thermostat lediglich noch ein Taster gedrückt werden und schon war das Gerät mit der Basisstation verbunden. Unabhängig davon wo ich mich aufhalte, kann ich nun ebendieses Thermostat ansteuern und die Wohnungstemperatur einstellen. In einem Selbsttest habe ich ausprobiert, ob das Heizungsventil wirklich reagiert, was mir durch ein kaum wahrnehmbares Surren am Gerät bestätigt wurde.

Der mitgelieferte Zwischenstecker für Steckdosen hat als einzige Funktion eine On-/Off-Option und kann so mit ihm verbundene Geräte ein- oder ausschalten. Die Inbetriebnahme gestaltete sich ähnlich einfach wie beim Thermostat. Das Gerät musste lediglich mit einer Steckdose verbunden werden und mit der App wurde wieder die oben schon beschriebene Prozedur gestartet. Der Zwischenstecker arbeitet mit der „Q-Wave“ als Funkverbindung welche eine Eigenentwicklung innerhalb der COQON-Serie ist und mit 868 Mhz funkt. Die Steuerung des Gerätes erfolgt auch hier wieder per App. Mittels eines On/Off-Schalters kann ich nun die Lampe in meinem Wohnzimmer bedienen. Die Reaktionszeit zwischen Eingabe in der App und dem tatsächlichen Anschalten der Lampe ist dabei abhängig von der Verbindung meines Smartphones. Allerdings hat es bisher nie länger als 1 bis 2 Sekunden gedauert, was meiner Meinung nach total verkraftbar ist. Im WLAN funktioniert das natürlich wesentlich schneller. Besonders für das Thema Sicherheit finde ich diese Schalter praktisch, weil ich damit das Licht jederzeit an- und abschalten kann auch wenn ich nicht Zuhause bin, was gerade wenn man im Urlaub ist super hilfreich ist, um Einbrecher abzuschrecken. Aber man kann sich auch sogenannte Programme erstellen, bei denen dann bestimmte Einstellungen gleichzeitig verändert werden, aber dazu kommen wir noch.

Der Fenster- bzw. Türkontakt benutzt zum Übertragen des Signals ebenfalls die Q-Wave. Das Gerät überprüft hier den Kontakt mit einem kleinen Magneten, der sich höchstens 5 mm entfernt von dem Gerät befinden darf. Dieses Coqon-Modul wird von den im Lieferumfang enthaltenen CR-2032 Batterien angetrieben. Zum Anbringen des Kontakts musste ich nur ein wenig handwerklich aktiv werden. Um sicherzugehen, dass alles fachgerecht befestigt ist, habe ich lieber die mitgelieferten Schrauben verwendet, anstatt die Apparatur nur festzukleben. Das Teil mit dem integrierten Magneten konnte ich jedoch ohne Problem mit dem rückseitig befestigten Klebeband anbringen. Um den Kontakt zu aktivieren, nutze ich wieder die App. Zur Inbetriebnahme musste ich diesmal jedoch keinen Taster drücken, sondern die Terrassentür einmal kurz öffnen und schließen. In der App wird mir dann angezeigt, ob die Tür grad geöffnet oder verschlossen ist.

Ebenfalls superpraktisch ist der sehr dezente Bewegungsmelder, der angenehm unauffällig in einem klassischen Einbaurahmen untergebracht werden kann, wie er für Steckdosen oder Lichtschalter verwendet wird. In Kombination mit dem Sensor an Türen oder Fenstern, kann man so genau überwachen, ob gerade jemand in der Wohnung ist oder nicht und ob Fenster oder Türen geöffnet sind. Wer dann noch ganz sicher gehen will, ob es nur die Putzfrau ist oder tatsächlich ein Einbrecher, kann auch Kameras mit dem Coqon-System kombinieren.

Eine weitere tolle kleine, aber superpraktische Erfindung sind die Schalter von Coqon. Diese lassen sich auch wie ganz normale Lichtschalter in Einbaurahmen unterbringen und können dann aber mit smarten Funktionen programmiert werden und beispielsweise gleichzeitig Licht anschalten, Rolläden öffnen, Musik abspielen oder die Heizung aufdrehen – wenn man das so beispielsweise als „Morgenprogramm“ eingespeichert hat.

Was mich an Coqon besonders begeistert ist, daß das System nicht nur die eigenen sehr hochwertig verarbeiteteten und sehr elegant designten Komponenten untersützt, sondern auch durch andere System von Fremdherstellern ergänzt werden kann. Wir haben beispielsweise ein Sonos-Audiosystem bei uns im Penthouse installiert, daß auch mit Coqon gesteuert werden kann, aber auch Netatmo-Wetterstationen sind ansteuerbar, so daß man automatisierte Programme laufen lassen, kann die auf dem Wetter basieren. Zusätzlich ist die Unterstützung von Google Home und Apple Home angekündigt. Eine kleine Simulation, was man heute schon mit Coqon machen kann, gibt es übrigens hier und auch das Video zeigt die Einsatzmöglichkeiten sehr gut.

Die COQON-App
Widmen wir uns nun der COQON-App. Es gibt sowohl eine Version für Android-Telefone, als auch für iOS-Geräte. Zusätzlich existiert eine Desktop-App, die auch im Browser von Mobiltelefonen gut bedienbar ist. Da ich mein Smartphone so gut wie immer dabei habe, entschied ich mich die App nur mit meinem iPhone 7 Plus zu steuern. Auch ohne große Vorkenntnisse konnte ich mich sehr schnell innerhalb der App orientieren, scheinbar wurde seitens der Hersteller sehr großer Wert auf eine hohe Bedienungsfreundlichkeit gelegt. Die Oberfläche selbst ähnelt von ihren Funktionen denen anderer Smart-Home-System-Herstellern. Die App kann dabei von mehreren Benutzern gesteuert werden, wobei jedem User individuelle Geräte und Anweisungen zugeordnet werden können. Außerdem lädt und reagiert die App sehr schnell. Benachrichtigungen kann ich mir per Email oder direkt als Push-Nachricht senden lassen.

Die Kosten
Betrachten wir nun den finanziellen Aspekt des Ganzen. Natürlich fragt man sich vor der Anschaffung eines solchen Systems wie viel das Ganze wohl kosten wird. Ein Besuch im Online-Shop von COQON wird schnell erkennen lassen, dass der Kauf nicht billig wird. Nur die Basisstation kostet allein schon 400 Euro. Zusammen mit dem Fenster-/Türkontakt (ca. 55 Euro), dem Zwischenstecker (ca. 65 Euro) und dem Heizkörper-Thermostat (ca. 65 Euro) macht das dann schon eine stattliche Summe aus.

Nichtsdestotrotz gefallen mir die COQON-Produkte wirklich gut. Neben dem schlichten und sehr eleganten Design und der sehr hochwertigen Verarbeitung ist es vor allem die benutzerfreundliche Oberfläche der App und die leichte Einrichtung, welche ich an diesem Smart-Home-System mag. Durch die einstellbaren Programme, kann man sich den Alltag wirklich toll erleichtern und sich zum Beispiel Programme für das Aufstehen (Licht auf 50%, Rollladen hoch, Heizung auf 25 Grad und Sonos-Sound auf 30% Lautstärke) oder das Nachhausekommen nach dem Büro einprogrammieren. Außerdem hat man mit den Sicherheitsfunktionen über die Tür- und Fenstersensoren und die Bewegungssteuerung immer die Kontrolle über das Geschehen und kann bei verdächtigen Bewegungen auch von unterwegs sofort die Polizei alarmieren, damit die mal vor Ort kontrolliert ob Einbrecher am Werk sind. Aber man kann sich auch sofort helfen, in dem man in einem solchen Fall sofort das Licht voll anschaltet und die Anlage komplett aufdreht – ganz einfach per App. Ich glaube nicht, daß Einbrecher dann noch lange in der Wohnung bleiben, wenn man einen solchen Partymodus aktiviert.
Nicht zuletzt lässt sich mit dem smarten System aber auch Geld sparen, da man die Heizung viel genauer steuern kann und beispielweise erst aufdreht, wenn man wirklich gerade auf dem Nachhauseweg ist. Experten schätzen, daß man mit einem Smart-Home-System bis zu 30% der Heizkosten sparen kann. Aber auch der ständige Verbrauch durch Stand-By-Geräte lässt sich regulieren, wenn man eine dieser Steckdosen-Schalter dazwischenschaltet, die man auch automatisch aktivieren und deaktivieren kann, wenn man das Haus verlässt oder wieder zurückkommt. So spart man Strom und hat keinerlei Stress damit weil alles vollautomatisch abläuft.

Ich freue mich ehrlich gesagt schon ein wenig auf den Herbst und Winter, wenn das System dann in der Heizperiode auch die Temperatur steuern kann. Außerdem bin ich gespannt, welche neuen Geräte man noch koppeln kann. Vielleicht werde ich mein Home-System in absehbarer Zeit noch erweitern, das Angebot des Online-Shops ist zumindest jetzt schon relativ breit gefächert. Mehr zum Coqon-System, den Komponenten und Programmen gibt es hier.

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Kommentare
Eine Antwort zu “Das COQON Smart Home System – Ein Erfahrungsbericht”
  1. Friedrich Schnell sagt:

    Hallo Daniel,

    ein wirklich guter Artikel zum Coqon Smart Home System. Gut an diesem System ist, dass es eben kein geschlossenes ist und zudem noch einen wichtigen Funkstandard unterstützt, nämlich Z-Wave. Was Z-Wave ist könnt Ihr nachlesen. Damit kann man das System noch mit zusätzlich vielen Aktoren und Sensoren erweitern.

    Die Kompatibilität der Z-Wave Geräte ist nur von dem Coqon System selbst abhängig, das heisst, damit alle Funktionen, z.B. von einem Z-Wave Sensor, unterstützt werden, müssen die Entwickler von Coqon es im System vorher angepasst haben. Also wenn Ihr Z-Wave Geräte ins System einbinden wollt, vorher immer sich nach der Kompatibilität erkundigen.

    Ansonsten können sich pure Anfänger, die sich für das Thema Smart Home informieren wollen umgucken. Ach ja, das System homee ist auch interessant.

    Gruß,

    Friedrich

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