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Nähen lernen. Die besten Tipps für Anfänger

Beim Schlendern durch die Stadt fällt der Blick wie so oft auf die Schaufenster der zahlreichen Bekleidungsgeschäfte. Schon wieder sind neue Kollektionen rausgekommen und mal wieder locken uns Blumen, Streifen oder irgend ein anderer Trend-Print in die Läden. Der schnelle Shopping-Genuss nach dem billigen Teil, das wir für die nächsten paar Wochen bestimmt lieben werden, danach aber in der hinteren Ecke des Schrankes vergammeln wird, ist aber nur von kurzer Dauer.
Zugegeben, der Schritt von Fast-Fashion zu einem nachhaltigen, selbstgenähten Kleiderschrank ist ganz anders als einfach. Aber keine Panik, jeder Schritt in die richtige Richtung ist ein guter Schritt und Nähen lernen macht Spaß und ist leichter als gedacht!

Nachhaltigkeit

Ein fünf Euro Shirt kann schwer unter akzeptablen Bedingungen hergestellt worden sein. Eine Möglichkeit, herauszufinden unter welchen Bedingungen, von wem und woraus das Kleidungsstück gemacht wurde, ist wohl die Fabrik im Produktionsland aufzusuchen. Das dies wohl keine gute Idee ist, raten wir dir dein eigenes Shirt zu nähen.
Es gibt, sowohl Online, als auch Offline, eine große Auswahl an geprüften Stoffen in Bio-Qualität zu kaufen. Dass diese qualitativ viel hochwertiger sind, als das Discount-Shirt und dir jahrelang erhalten bleiben werden, muss eigentlich gar nicht erwähnt werden. Natürlich musst du jetzt nicht loslegen und Neues herstellen, der Nachhaltigkeitsgedanke dreht sich viel mehr darum, dem was wir bereits besitzen neues Leben einzuhauchen.
Sei es indem wir unsere Jeans aufpeppen, Putzlappen aus alten Shirts machen oder einfach ein Loch in den Socken stopfen. Neben dem Nachhaltigkeitsfaktor, bietet das Nähen noch viel mehr Positives.

Einzigartigkeit

Ja, damit meinen wir, dass wir alle einzigartig sind. Aber nicht nur das. Unsere Körper unterscheiden sich alle voneinander, die Eine hat eine superschlanke Figur und gleichzeitig sehr breite Schultern, die Andere ist so groß, dass es zu einer Unmöglichkeit geworden ist in den gängigen Läden eine Hose zu finden, die nicht Hochwasser schreit.
Beherrschst du erstmals die Kunst des Nähens, kannst du deine eigenen Kleidungsstücke kreieren – aus dem Stoff, in der Farbe und in der Größe deiner Träume. Du kannst optimal auf deine Proportionen Rücksicht nehmen und Teile entwerfen, die dir wortwörtlich wie angegossen sitzen.
Ist es dir schon mal passiert, jemandem zu begegnen, der das gleiche T-Shirt trägt, wie du? Kommt gar nicht so selten vor, da nun mal der Großteil in ähnlichen Läden einkauft, die auch ähnliche Trends verfolgen und in ihren Schaufenstern anpreisen. Mit einem selbstgenähten Stück passiert das gewiss nicht, gleichzeitig entziehst du dich den festgelegten Regeln der Modemacher und entscheidest selbst was angesagt ist.

Spaß und Liebe

Klar, anfangs wird es kein Kinderspiel sein und noch ist kein Meister vom Himmel gefallen. Aber: Übung macht den Meister und üben kann sogar Spaß machen! Beobachte genau wie du Fortschritte machst, lass dich nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen und sei auch ruhig mal stolz auf deine besser werdenden Fähigkeiten. Mit der Zeit wirst du dir immer mehr zutrauen und schwierigere Projekte in Anspruch nehmen. Auch deine Liebsten freuen sich sicherlich mehr über ein selbstgemachtes Geschenk, in das Liebe gesteckt wurde.
Nach diesen positiven Inputs steht dem Nähen lernen fast nichts mehr im Weg. Weil aller Anfang aber schwer ist und das Internet so viele Informationen beinhaltet, dass es fast überwältigend sein kann, das Richtige daraus zu filtern, gibt es nun unsere Anleitung, um Schritt für Schritt das Nähen zu lernen.

Nähmaschine, Stoffe, Faden: Was benötige ich?

Bevor du zu einer teuren Nähmaschine greifst, solltest du dich erstmals entscheiden ob du überhaupt mit der Maschine arbeiten möchtest oder ob es dir reicht mit der Hand zu nähen. Das Beherrschen einiger Handstiche kann dennoch nicht schaden und erweist sich nützlich beim Annähen von Knöpfen, Ösen etc., sowie wenn du etwas handverzieren möchtest oder ein Kleidungsstück im mittelalterlichen Stil originalgetreu bearbeiten möchtest. Du benötigst nur Nadel und Garn, in der Regel hängt die Dicke dieser mit der Feinheit des Stoffes zusammen.

Der Vorstich eignet sich gut für blutige Anfänger, denn er ist simpel und effektiv. Es wird von rechts nach links vorgegangen, mit der Nadel wird in Wellenbewegung ein- und wieder ausgestochen, bis du eine Art gestrichelte Linie hast. Im Nu kannst du Stoffe zusammennähen und Verzierungen machen!

Falls du dich für eine Nähmaschine entschieden hast, lohnt es sich zuerst eine auszuleihen, schließlich ist es keine kleine Ausgabe. So findest du heraus, ob du überhaupt Freude dabei hast und sich die Investition lohnt. In der Familie oder in einer Wohngemeinschaft macht es durchaus Sinn, sich zusammen ein Nähmaschinenexemplar anzueignen, so spart man Kosten und gleichzeitig profitiert jeder vom Gerät.
Mit einer spottbilligen Maschine wirst du am Ende mehr Probleme als Freuden haben, ein Vermögen musst du dennoch nicht ausgeben. Im Preisbereich zwischen 100 und 200 Euro findest du bereits effektive Geräte, Meinungen von Bekannten und Bewertungen im Internet helfen dir dabei, einen guten Kauf zu tätigen.
Für Anfänger eignen sich Modelle, die einfach zu bedienen sind; kaufst du ein beliebtes Modell kannst du dir sicher sein, dass du im Internet viele passende Anleitungen finden wirst und auch dass du keine Schwierigkeiten haben wirst, die Maschine später weiter zu verkaufen. Viele Tipps und Testberichte zu Nähmaschinen gibt es auf spezialisierten Themenseiten, wie www.overlocknaehmaschine.info im Internet zu finden. Neben der Maschine benötigst du als Grundausstattung noch ein Nähset mit Stecknadeln, Garne und Schere, sowie Stoff.

Erste Schritte zum nähen Lernen

Du hast die Wahl zwischen einem professionellen Anfängernähkurs, das Lernen durch Bücher oder durch YouTube-Videos. Suchst du nach Videos, ist es ratsam zuerst einfach „Erste Schritte mit der ‚Modell der Nähmaschine’“ einzugeben und sich die Grundlagen anzueignen.
Auch die Bedienungsanleitung ist hilfreich, um erstmals das Einfädeln von Ober- und Unterfaden zu lernen. Der Geradstich wird am meisten benutzt; eine saubere, gerade Ausführung ist dabei anfangs gar nicht so einfach.
Sobald du diesen beherrschst, kannst du um die Ecke nähen, indem du den Nähfuß hochhebst, den Stoff zurecht drehst und anschließend den Nähfuß wieder runterlässt. Ein weiterer Stich ist der Zickzack-Stich, der oft verwendet wird um Stoffkanten zu säubern oder Ziernähte anzusetzen. Mit der Zeit kannst du immer komplexere Stiche lernen. Bei deinen ersten Anläufen solltest du lieber nicht an hochwertiger Seide rumwerkeln, sondern auf Papier oder billigen Stoffen und Stoffresten üben. Das Wichtigste ist nicht zu verzweifeln, wenn mal etwas nicht klappt. Versuche bei Problemen nach einer konkreten Frage im Internet zu suchen und schaue dir dementsprechende Videos an.

Nähprojekte für Anfänger

Für den Anfang eignet sich alles, wofür man keine komplizierten Stiche benötigt. Beginne am besten mit einem kleinen Projekt und einfachen Schnitten, z.B. mit einem Jutebeutel oder einem Kissen. Im Internet gibt es unzählige Gratis-Schnittmuster zum Ausdrucken, die du mit Stecknadeln am Stoff fixieren kannst. Als erstes Projekt wählen Anfänger oft ein nützliches Nadelkissen, neben der Grundausstattung benötigst du nur Füllwatte. Stoffmasken sind auch sehr einfach und gerade sehr beliebt und du brauchst zusätzlich nur Gummiband. Stoffkörbchen, einfache Sommertops, ein Schlauchschal, Yoga-Kissen, Haarbänder zum Knoten oder Fäustlinge sind weitere Möglichkeiten.
Die meisten Schnittmuster beinhalten auch eine Anleitung, wodurch sogar Röcke, Babyhosen oder ein kultiges Taschentuchsofa Anfängern problemlos gelingt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, du weißt selbst am besten an welcher Arbeit du am meisten Spaß haben wirst und womit du dir leichter tust.

Kleine Tipps zum Abschluss

Zu guter Letzt noch einige kurze Tipps, die dir den ein oder anderen Wutanfall ersparen werden.
Wasche und bügle den Stoff vor Anwendung! So verhinderst du dass der Stoff später eingeht und kannst genauer arbeiten.
Die Nahtzugabe bezeichnet den überstehenden Stoff zwischen zwei Stoffstücken und sorgt dafür dass alles zusammenhält. Berechne eine Nahtzugabe von ein paar Zentimetern immer mit ein!
Bedenke, dass dein Stoff eine rechte und eine linke Seite hat. Die rechte Seite, die nach außen zeigt, ist die schöne Seite. Achte darauf, dir deine Stoffe immer gleich zu legen!
Für Perfektionisten: Farblich passender Garn!
Oft sieht das Projekt erst am Ende, nach dem Wenden, nach etwas aus!

Viel Spaß und gutes Gelingen an alle zukünftigen Profi-Näherinnnen und Näher!

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