Der deutsche Hemdenhersteller OLYMP hat heute seinen neuen Markenstore am Münsterplatz in Ulm eröffnet. Die Lage könnte zentraler kaum sein: mitten in der Innenstadt, direkt in der stark frequentierten Fußgängerzone. Für mich war der Besuch deshalb fast selbstverständlich. Schließlich haben wir nicht nur unser Büro, sondern auch unser Zuhause in Ulm.
Die Pressemitteilung von OLYMP klang im Vorfeld vielversprechend. Die Rede ist von persönlichem Service, stilsicherer Beratung und der „unverkennbare[n] Sympathie des mittelständischen Familienbetriebes aus Baden-Württemberg“.
Also wollte ich mir den neuen Store heute selbst anschauen.

Der neue OLYMP Markenstore befindet sich direkt am Münsterplatz in Ulm.
Neuer OLYMP Store direkt am Münsterplatz eröffnet
Der neue OLYMP Store am Münsterplatz 11 ist kein großer Flagship-Store, sondern eine eher kompakte Verkaufsfläche in bester Innenstadtlage. Laut OLYMP umfasst der Store rund 115 Quadratmeter und präsentiert dort Hemden, Casualwear, Accessoires und ausgewählte Hosen. Das moderne Storekonzept stammt vom Stuttgarter Architekturbüro Blocher Partners und setzt auf eine klare Raumgestaltung mit hellen und dunklen Kontrasten.
Optisch funktioniert das durchaus gut. Die Fläche wirkt aufgeräumt, die Hemdenwände sind markentypisch inszeniert und die Kombination aus Business- und Freizeitmode passt zur aktuellen Ausrichtung von OLYMP. Gerade weil der Laden nicht besonders groß ist, kommt es aber umso mehr auf Atmosphäre und persönliche Ansprache an. Genau diese persönliche Ebene blieb bei meinem Besuch leider aus.

OLYMP präsentiert im neuen Ulmer Store Hemden, Casualwear und Accessoires auf rund 115 Quadratmetern. Bildquelle: © OLYMP Pressematerial
Ich wollte mir den Store und die Stimmung am ersten Tag anschauen
Gerade Neueröffnungen sind oft spannend. Wie läuft der erste Tag? Wie wird der neue Store angenommen? Wie wirkt das Team im direkten Kundenkontakt? Genau deshalb bin ich heute spontan vorbeigegangen.
Der Store selbst ist eher klein gehalten. Als ich den Laden betrat, wurde vorne im Eingangsbereich gerade ein Paar von einer Mitarbeiterin beraten. Eine weitere Mitarbeiterin war gerade damit beschäftigt, einen Einkauf abzurechnen und die Ware einzupacken. Der dritte Mitarbeiter hielt sich währenddessen im hinteren Bereich des Ladens auf.
Ich lief einmal durch den Store, schaute mir die Flächen, die Hemdenwände und die Präsentation an und wartete ehrlich gesagt auf das, was in kleineren Geschäften zum Standard gehört: ein kurzes „Guten Tag“, ein kurzer Blickkontakt oder irgendeine Form der Wahrnehmung.
Doch genau das passierte nicht.
Kein Blickkontakt.
Keine Begrüßung.
Keine Reaktion.
Und das, obwohl der Laden überschaubar klein ist und mein Rundgang definitiv bemerkt wurde.

Der neue OLYMP Store am Münsterplatz setzt auf ein modernes und reduziertes Ladenkonzept. Bildquelle: © OLYMP Pressematerial
Drei Mitarbeiter im Store – aber kein persönlicher Service
Genau an diesem Punkt wurde der Besuch für mich irritierend.
Denn OLYMP betont in der offiziellen Pressemitteilung mehrfach die Bedeutung des stationären Handels und beschreibt Ulm und Neu-Ulm als „besonders attraktiven Standort“ mit hoher Kaufkraft und großem Einzugsgebiet. Gleichzeitig hebt das Unternehmen hervor, dass stationäre Geschäfte weiterhin ein wichtiger Kontaktpunkt für die Zielgruppe seien.
Besonders auffällig ist dabei die Beschreibung des neuen Verkaufsteams. Laut OLYMP soll der neue Store für „stilsichere Modeberatung“, „persönlichen Service“ und die „unverkennbare Sympathie des mittelständischen Familienbetriebes aus Baden-Württemberg“ stehen, die für eine besondere Einkaufsatmosphäre sorgen soll.
Davon war bei meinem Besuch allerdings wenig zu spüren.
Natürlich erwartet niemand, dass Verkäufer sofort aufspringen oder Kunden bedrängen. Gerade in hochwertigeren Modegeschäften läuft vieles bewusst ruhiger und zurückhaltender ab. Aber zwischen aufdringlichem Verkauf und kompletter Ignoranz liegt eben doch ein deutlicher Unterschied.
Nach meinem kurzen Rundgang verließ ich den Laden wieder.
Ohne Verabschiedung.
Ohne Reaktion.
Ohne das Gefühl, überhaupt wahrgenommen worden zu sein.
Und genau da stellt sich für mich die Frage:
Warum sollte ich künftig noch stationär einkaufen, wenn ich online oftmals denselben Artikel günstiger bekomme — und gleichzeitig nicht einmal das Gefühl habe, als Kunde willkommen zu sein?
Genau hier verliert der stationäre Handel seine Stärke
Der neue OLYMP Store sieht modern aus. Die Lage am Münsterplatz ist hervorragend und die Warenpräsentation wirkt hochwertig. Daran gibt es wenig zu kritisieren.
Aber genau deshalb überrascht der fehlende Service umso mehr.
Denn der größte Vorteil des stationären Handels war nie nur das Produkt selbst. Hemden kann ich heute überall kaufen – online oft sogar günstiger. Der eigentliche Unterschied entsteht durch Atmosphäre, Beratung und das Gefühl, als Kunde ernst genommen zu werden.
Wenn genau das fehlt, bleibt am Ende vor allem eines übrig: eine schön eingerichtete Verkaufsfläche.
Gerade und vor allem am Tag einer Neueröffnung hätte ich ehrlich gesagt etwas anderes erwartet.
OLYMP steht nach der Eterna-Übernahme stärker im Fokus
Hinzu kommt, dass OLYMP aktuell ohnehin stärker beobachtet wird als noch vor einigen Jahren. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass das Unternehmen die Markenrechte von Eterna übernommen hat. Darüber hatten wir bereits ausführlich berichtet.
Die Expansion mit neuen Stores zeigt deshalb deutlich, dass OLYMP seine Markenpräsenz weiter ausbauen möchte. Laut Pressemitteilung umfasst das eigene Filialnetz inzwischen 52 stationäre Stores in Deutschland und Österreich.
Gerade deshalb wird auch genau darauf geachtet werden, wie die Marke ihre Werte im direkten Kundenkontakt lebt.
Mein Eindruck nach dem Besuch in Ulm
Der neue OLYMP Store in Ulm ist modern gestaltet, hochwertig eingerichtet und hervorragend gelegen. Rein optisch passt der Standort absolut zur Marke.
Mein persönlicher Eindruck vom heutigen Besuch bleibt trotzdem zwiegespalten.
Denn ein schöner Laden allein reicht heute nicht mehr aus. Gerade der stationäre Handel lebt davon, dass Kunden sich wahrgenommen fühlen.
Und genau das hat heute gefehlt… Leider
Kurze Außenaufnahme des neuen OLYMP Stores am Münsterplatz in Ulm direkt am Tag der Neueröffnung.

Sandra interessiert sich seit vielen Jahren für Mode, Trends und stilvolle Alltagslooks. Besonders spannend findet sie die Styles, die nicht nur auf Instagram funktionieren, sondern sich auch im echten Leben tragen lassen. Mit zwei Töchtern (20 und 17) bleibt sie modisch automatisch nah an dem, was gerade angesagt ist. Neue Trends, Social-Media-Hypes und aktuelle Pieces landen bei ihr oft schon früh im Gespräch und manchmal auch direkt im Kleiderschrank. Sie liebt unkomplizierte Styles, gutes Denim und Sneaker, die jedes Outfit ein bisschen lässiger machen.




Keine Kommentare