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Au Revoir Jean Paul! – Gaultier tritt vom Modezirkus zurück

Foto: Fashion-Insider-Magazin

Als Enfant terrible der Mode hat der Franzose Jean Paul Gaultier die Laufstege über Jahrzehnte in Turbulenzen versetzt. Nun zeigte er in Paris seine letzte Haute-Couture-Show umjubelt von Fans und Freunden. Zum Abschied waren legendäre Looks aus seiner 50 jährigen Designerlaufbahn noch einmal im Pariser Théâtre du Châtelet zu sehen. Den spektakulären Showdown auf dem Catwalk inszenierte Gaultier gleich einem Musical. Zum Auftakt ein Requiem mit einem virtuosem Trauermarsch aus schwarzem Tüll und brustverziehrtem Sarg. Das Defilee à la Gaultier geriet zur einstündigen Werkschau der Extraklasse.

Prominent besetzt war der Modelcast seiner letzten Show. Von Yasmin Le Bon über Fanny Ardant, Amanda Lear, Estelle Lefébure, Dita von Teese bis hin zu Rossy de Palma präsentierten seine Musen vergangener Epochen Gaultiers Feuerwerk auf dem Laufsteg. Models wie Bella Hadid, Winnie Harlow und Paris Jackson zeigten die aktuellen Entwürfe der Sommerkollektion. Carla Bruni-Sarkozy, Inès de la Fressange oder Eva Herzigova sowie die großen Moderedakteurinnen Anna Wintour und Suzy Menkes verfolgten das Spektakel von den Rängen des Theaters.

Frische 18, lebenshungrig und voller verrückter Ideen begann Gaultier seine Laufbahn 1970 als Assistent des Designers Pierre Cardin. Blau-weiße Streifen machte er zu seinem Markenzeichen ebenso wie Korsettkleider oder den ikonischen spitzen BH, den Freundin Madonna so provokativ auf ihrer „Blond Ambition Tour“ zu präsentieren wusste.

Als einer der Ersten hat er mit seinen Unisex-Entwürfen die Modewelt auf den Kopf gestellt und die Grenzen zwischen Frau und Mann verschwimmen lassen. Wie selbstverständlich steckte er Frauen in Matrosenlooks und Männer in Rock und Kleid. Von SM-Mode über Burleske bis zur Camouflage-Kollektion für Gaultier gab es keine Tabus. In den 90er Jahren feierte er den Höhepunkt seiner Fashion-Karriere. Diversity at it’s finest dafür stand Gaultier von Anfang an und dieses Credo setzte er sich auch als grandiosen Schlusspunkt. Auf der Bühne des Pariser Théâtre du Châtelet feierte das Publikum seinen Meister.

Bei so viel Enthusiasmus auf der Bühne fällt es schwer zu glauben, dass dieser Abschied endgültig sein soll. Bereits 2014 schickte Gaultier seine letzte Prêt-à-porter-Schau auf den Laufsteg dennoch spekuliert das Modevolk nun wie wild über zukünftige Projekte. Via Twitter gab der Designer bekannt seine Marke würde weiter Bestand haben, ob oder in welcher Form er dabei involviert sein wird, lies er jedoch offen.

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